Kreis Düren: Wiederbelebung der erneuerbaren Energien

Kreis Düren : Wiederbelebung der erneuerbaren Energien

Eine Empfehlung für die Wahl des Landrats sucht man vergeblich im Wahlprogramm der Grünen im Kreis Düren; obwohl die Partei auf einen eigenen Kandidaten nach der Abschaffung der Stichwahl verzichtet.

Sachthemen stehen im Mittelpunkt des 19-seitigen Dossiers. Die Grünen gehen mit drei vorrangigen Zielen in die Kommunalwahl am 30. August. Sie wollen ihre Position als drittstärkste politische Kraft im Kreis Düren mit einem zweistelligen Wahlergebnis festigen, die absolute Mehrheit der CDU im Kreistag brechen und eine schwarz-gelbe Mehrheit verhindern, aber auch den Einzug der NPD in die Kommunalparlamente.

„Zeit für Grün - Zeit für Veränderung” ist das Papier überschrieben. „Es ist nicht damit getan, seine ganze Energie in kurzfristige Events zu stecken”, kann sich die Vorsitzende Gudrun Zentis einen Seitenhieb in Richtung Landrat Spelthahn nicht verkneifen. Und dabei denken die Grünen vor allem an Klimaschutz, erneuerbare Energien und Umweltpolitik. „Ein Politikfeld, das in den letzten zehn Jahren im Kreis nicht stattgefunden hat”, führt Oliver Krischer aus.

Die Dächer der kreiseigenen Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten, dürfe nur ein erster Schritt sein. „Im Jahr 2050 muss sich der Kreis zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgen”, fordern Krischer und Zentis eine engere Verzahnung des Kreises mit dem Solarinstitut und dem Forschungszentrum Jülich.

Die Grünen setzen sich aber auch für eine ÖPNV-Offensive im Kreis Düren ein, vor allem für eine Reaktivierung der Bördebahn in Richtung Zülpich/Euskirchen und damit für eine Anbindung des Kreises in Richtung Bonn. Sie denken aber auch an die Strecke Linnich-Baal und die Anbindung an den Raum Mönchengladbach/Düsseldorf, erklärt Fraktionsgeschäftsführer Christoph Barzen. „Der Druck auf das Land muss erhöht werden”, betont Gudrun Zentis mit Blick auch auf die Landesgartenschau 2014 in Zülpich. „Wäre doch schön, wenn die Dürener dann mit der Bördebahn fahren könnten.” Und die Grünen wollen das Busangebot im gesamten Kreis Düren bedarfsgerecht ausbauen.

Weitere Kernforderungen: Ausbau der bislang vernachlässigten U3-Plätze, die als Standortfaktor für junge Familien immer wichtiger werden, und die Einstellung zusätzlicher Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, damit an jeder Schule im Kreis wenigstens an einem Tag eine Fachkraft vor Ort ist, erklärt Zentis. Wie das alles finanziert werden soll? Auch darauf haben die Grünen eine Antwort.

Mit der Wiedereinführung eines Personalkonsolidierungskonzepts. „Bei kritischer Betrachtung ist sicher die eine oder andere Stelle zu finden, die anders genutzt werden kann”, erklärt Krischer nicht nur mit Blick auf die zwölf Planstellen im Bereich Landrat und Repräsentation. Ein Mehrangebot im ÖPNV könne mit zusätzlichen Fahrgästen sogar kostendeckend sein, eine Investition in die Schulsozialarbeit Folgekosten für vom rechten Weg abgekommene Jugendliche einsparen. Sozialpolitisch ist den Grünen noch etwas sehr wichtig: Eine Anbindung der Job-Com an die politischen Gremien, damit auch wieder politische Impulse in der Beschäftigungsförderung gesetzt werden können.