Kreis Heinsberg: Wieder mehr tödliche Unfälle im Kreis

Kreis Heinsberg : Wieder mehr tödliche Unfälle im Kreis

Die Polizei im Kreis Heinsberg hat mit Blick auf die Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr ein positives Fazit gezogen. Die Anzahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, ist auf 853 zurückgegangen, das ist der niedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren.

Michael Okuhn, Leiter der Direktion Verkehr, sprach von einem „nachhaltigen Trend“, den er auf das „Sicherheitsprogramm“ der Heinsberger Polizei zurückführte. Durch „Prävention und Repression“ habe sie dazu beigetragen, dass die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle im Kreis zurückgegangen ist.

Gleichwohl stieg die Zahl der Unfalltoten von sechs im Jahr 2014 auf zehn im vergangenen Jahr. Andreas Bollenbach, Leiter der Abteilung Polizei, geht davon aus, dass die vielen Bäume am Straßenrand dazu beitragen, dass so viele Menschen tödlich verunglücken: „Wenn da ein Fahrfehler passiert, sind die Konsequenzen größer als anderswo“, sagte er. Außerdem verleite der topographisch flache Kreis Heinsberg zum Rasen, sagte Okuhn: „Das subjektive Empfinden sagt den Autofahrern, dass sie hier schneller fahren können.“

Dass sich der Trend im laufenden Jahr umkehrt, scheint wenig realistisch. Denn seit dem 1. Januar hat es im Kreis bereits fünf tödliche Unfälle gegeben. Die Ursachen dafür seien sehr unterschiedlich, sagte Okuhn.

Gleichwohl ist die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten im vergangenen Jahr um 28 auf 156 zurückgegangen. Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen leicht verletzt wurden, sank um 14 auf 687.

Diese positive Entwicklung führte Okuhn auch darauf zurück, dass das Tempo im Kreis Heinsberg konsequent kontrolliert werde. „Die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen mit schwerpunktmäßiger Ausrichtung auf die am meisten unfallbelasteten Kommunen hat offensichtlich Wirkung gezeigt“, sagte er. Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen zu hohe Geschwindigkeit der Grund für den Unfall war, ging um 25 Prozent zurück.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle aber von 6788 auf 6805 gestiegen. Das entspricht einem Plus von 0,25 Prozent. „Das Positive daran ist, dass wir deutlich unter dem Landestrend liegen“, sagte Okuhn. In NRW ist die Zahl der Unfälle um 4,65 Prozent angestiegen. Okuhn sagte, dass es fast schon folgerichtig sei, dass die Zahl der Unfälle ansteigt. Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge steige jährlich um etwa 3000. „Wenn sich mehr Fahrzeuge im Straßenverkehr bewegen, ist klar, dass es zu mehr Unfällen kommt“, sagte Okun

Ob es am dichten Verkehr liegt? Die meisten Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, sind im vergangenen Jahr jedenfalls in Heinsberg passiert (168). In Erkelenz gab es 143 Unfälle, in Hückelhoven 135, in Geilenkirchen 115. Das ist keine Überraschung: In den größeren Städten geschehen auch die meisten Unfälle. Weniger waren es in den übrigen Städten und Gemeinden: Wegberg (80), Übach-Palenberg (78), Wassenberg (62), Gangelt (32), Selfkant (23) und Waldfeucht (17).

Sicherer als im Vorjahr waren die Straßen im Kreis im Jahr 2015 für Fußgänger. 83 wurden verletzt, 59 davon schwer. Im Jahr 2014 gab es 23 leicht, 63 schwer verletzte und einen getöteten Fußgänger. Deutlich ging die Zahl der verunglückten Radfahrer zurück: Sie sank von 260 auf 209.

Allerdings kamen ein Fahrrad- und ein Pedelc-Fahrer ums Leben. Bei den Unfällen mit Radfahrern lenkte Bollenbach das Augenmerk auf die älteren Menschen. „Am häufigsten verunglücken Senioren mit dem Fahrrad. Wenn ältere Menschen stürzen, ziehen sie sich oft schwere Verletzungen zu“, sagte er. Auch die beiden tödlich verunglückten Radfahrer gehörten zum älteren Semester.

Auch wenn es im Kreis Heinsberg keine „Motorradrouten“ oder inoffizielle Rennstrecken für Motorradfahrer gibt, sind im vergangenen Jahr wieder mehr Motorradfahrer verunglückt. 105 verletzten sich leicht, 36 schwer. Ein Roller-, ein Trike- und ein Motorradfahrer wurden getötet.