Heinsberg-Dremmen: „Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?”

Heinsberg-Dremmen : „Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?”

„Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?” Die meisten Erwachsenen werden wissen, wie das geht, doch Kinder stehen dieser Frage recht hilflos gegenüber, wenn ein naher Verwandter verstorben ist und die Erwachsenen mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt sind.

Helene Düperthal kennt solche Situationen. Die siebenfache Mutter, in Köln geboren und im Sauerland heimisch geworden, ist Diplom-Religionspädagogin, seit zwölf Jahren im ambulanten Hospizdienst tätig und hat im April ihr Kinderbuch „Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?” veröffentlicht, aus dem sie nun im Bestattungshaus Rudi Dohmen in Dremmen las.

Das Interesse an diesem Thema war groß. Rudi und Werngard Dohmen hatten Menschen eingeladen, die mit den Themen Tod, Trauer und Beisetzung vertraut sind, etwa Mitarbeiter von Hospizdiensten. Mit ihrem Kinderbuch gelingt es Düperthal auch Erwachsene anzusprechen. Auch wenn das Thema ernst ist, so erlebten die Zuhörer doch einen amüsanten Abend, was zum einen an der Art lag, wie die Autorin das Thema anging, und zum anderen an den beiden Hauptdarstellern des Buches, Tim und der Bärin Leila. Es war zu spüren, dass es Düperthal ein Herzensanliegen ist, Offenheit für eine schwierige Thematik zu ermöglichen.

Kinder und ihre Trauer bei einem Todesfall im Blick zu haben, ist immer eine Herausforderung. Aber eine Herausforderung, der sich die Gesellschaft angesichts der zunehmenden Urnenbestattungen stellen müsse, ist Düperthal überzeugt. Es sei, so die Autorin, zu beobachten, dass Kinder immer häufiger ausgeschlossen werden von Bestattungen. Denn wie wolle man Kindern vermitteln, dass der „große Opa”, die „stattliche Tante” mit der beachtlichen Körperfülle oder der „dicke Onkel” nun in so einer winzigen Urne ist.

Den Fragen der Kinder dürfe man aber nicht aus dem Weg gehen, denn, so Helene Düperthaler: „Dabei wird übersehen, was Kinder alles beobachten, was sie bewegt und welche Ängste und Unsicherheiten sie in dieser Zeit mit sich allein ausmachen müssen. Kinder trauern anders als Erwachsene. Was sie brauchen ist Offenheit und Raum für ihre Fragen.” Im Kinderbuch steht Tim Bärin Leila zur Seite.

Sie geht für Tim ins Krematorium und erlebt dort mit Erstaunen, mit welcher Achtung dort teilweise mit den Verstorbenen umgegangen wird. Eingebettet in eine liebevoll gestaltete Geschichte wird hier Kindern das schwierige Thema der Urnenbeisetzung nicht tieftraurig, sondern gefühl- und hoffnungsvoll nahe gebracht. Dabei aber stets realistisch und die „Dinge beim Namen nennend” denn, so die Autorin: „Kinder brauchen ehrliche Antworten auf offene Fragen.”

Das von Daniela Veit liebevoll illustrierte Buch „Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?” kann auch in der Bücherei des Bestattungshauses Rudi Dohmen zusammen mit Plüschbärin Leila ausgeliehen werden.