Städteregion Aachen: Wettbewerb „Nachwuchs in die Bütt“ geht in die zwölfte Runde

Städteregion Aachen : Wettbewerb „Nachwuchs in die Bütt“ geht in die zwölfte Runde

Sich mit der Absicht, ein erwartungsvolles Publikum zum Lachen zu bringen, auf eine Bühne zu stellen, erfordert Mut, Kreativität, Selbstbewusstsein und nicht zuletzt eine Menge Humor. Diese Eigenschaften und noch viel mehr stellten mit Lena-Sophie und Niklas Milewicz (Alsdorf), Nico Wollgarten und Jana Classen (Monschau-Höfen) sowie Alina Hurtz (Simmerath) und Anna Strüver (Würselen) sechs junge Künstler eindrucksvoll unter Beweis.

Sie traten auf beim Wettbewerb „Nachwuchs in die Bütt“, der am frühen Montagabend im Senioren- und Betreuungszentrum der Städteregion bereits zum zwölften Mal stattfand

Unter der „scharfen“ Beobachtung der Jury, der neben dem stellvertretenden Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeek auch Hans-Cornel „Männ“ Dohmen, Vorsitzender des Ehrenrats des Karnevalskomitees der Stadt Eschweiler, Büttenredner-Ass René Külzer, Hans-Peter Scherrers, Jugendobmann des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise, Alexander Schmidt, Redakteur beim „Super Sonntag Verlag“ sowie Jutta Geese, Redakteurin dieser Zeitung, angehörten, fassten sich die beiden Duos und die zwei Solistinnen ein Herz und verblüfften das Publikum im vollbesetzten Saal ein ums andere Mal.

Nach langer Beratung fällte die Jury schließlich ihr Urteil: Der Vortrag von Lena-Sophie (acht Jahre) und Niklas Milewicz (zwölf) bekamen die Bestnote. Knapp dahinter landeten Jana Classen und Nico Wollgarten (beide zehn) auf Platz zwei. Rang drei teilen sich Alina Hurtz und Anna Strüver (beide ebenfalls zehn).

Wohl jedem Vollblutkarnevalisten dürfte das Herz aufgehen, wenn die achtjährige Lena-Sophie Milewicz ihren Charme spielen lässt, wie selbstverständlich auffordert „Musik ab, Herr Kapellmeister“, um dann gemeinsam mit Bruder Niklas „Fastelovendsleedchere“ zu schmettern: „Do laachste dich kapott, dat nennt man Camping.“

Nicht auf den Mund gefallen

Klar, dass Schwester- und Bruderherz alles andere als auf den Mund gefallen sind. Und geschwisterlich alles teilen. Etwa das Ferrero-Küsschen. Die Schokolade für Lena-Sophie, die Haselnuss für Niklas. Logisch auch, dass „Ötzi“ aus unserem westlichen Nachbarland stammen muss. „Nur ein Holländer geht mit Sandalen ins Hochgebirge“, kombiniert Lena-Sophie scharfsinnig.

Auch in Mathematik ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar: „Bei der letzten Arbeit hatte ich nur die erste Aufgabe falsch. Zu den anderen elf bin ich leider nicht mehr gekommen.“ Abschließend machte sie ihrem Bruder noch den Unterschied zwischen einem Nilpferdmännchen und ihm deutlich: „Der eine hat eine große Nase und einen dicken Hintern, der andere lebt im Wasser.“

Doch auch die Konkurrenz wusste zu überzeugen. Anna Strüver, die am Montagabend als Erste in die Bütt ging und somit als „Eisbrecherin“ fungierte, brachte zwar nicht so viele Eindrücke von der Klassenfahrt mit nach Hause, lernte dafür aber umso mehr neue Ausdrücke kennen.

Jana Classen und Nico Wollgarten, die zum zweiten Mal am Wettbewerb teilnahmen, stellten fest, dass Worte, die mit der Silbe „Un“ beginnen, nichts Gutes bedeuten: „Untergang, Unfall, Unwetter, Unterricht...“ Debütantin Alina Hurtz bekannte als „Brabbel-Berta“, gerne zur Schule zu gehen und auch den Rückweg zu mögen. „Nur die Zeit dazwischen gefällt mir nicht.“

Verbale Zwerchfellattacken

Neben den verbalen Zwerchfellattacken konnte Moderatorin Saskia Pagen, Kinderpräsidentin des Festkomitees Alsdorfer Karneval, aber auch Leckerbissen für die Augen ankündigen: Lena Augustiniak, Tanzmariechen des KTC Alsdorfer Tänzer, begeisterte die Jecken im Saal genau wie das Jugendtanzpaar Lara Patzel/Cedric Reichelt von der Narrengilde Kohlscheid.

Und so fand der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeek zu der närrischen Jugendveranstaltung abschließend nur lobende Worte: „Wir haben vier hervorragende Vorträge gehört. Es ist immer wieder überraschend, welch tolle Ideen dabei zum Vorschein kommen. Unser Applaus gilt den jungen Karnevalisten, aber auch den Verantwortlichen des Senioren- und Betreuungszentrums, die dieser Veranstaltung einmal mehr mit viel Herzblut und viel Einsatz ein großartiges Ambiente verschafft haben.“