Kreis Heinsberg: Wertvolle Rohstoffe im Elektroschrott

Kreis Heinsberg : Wertvolle Rohstoffe im Elektroschrott

„In jedem unserer Haushalte verstecken sich wertvolle Rohstoffe in unzähligen elektrischen und elektronischen Geräten. Werden diese Geräte nicht mehr gebraucht oder sind defekt, dürfen sie auf keinen Fall über den Restmüll entsorgt werden“, erklärte jetzt die Pressestelle des Kreises Heinsberg.

„Nur wenn Flachbildfernseher, Smartphone, DVD-Player, Haartrockner, Rasierapparat und vieles mehr getrennt gesammelt werden, können die wertvollen Stoffe wiedergewonnen werden.“

Der Kreis hat bereits seit vielen Jahren eine zentrale Sammel- und Übergabestelle für Elektro-Altgeräte an der Abfallentsorgungsanlage in Gangelt-Hahnbusch. Dort können private und gewerbliche Anlieferer ihre alten Elektrogeräte montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr kostenlos abgeben. Gewerblich genutzte Geräte, die hinsichtlich der Beschaffenheit und Menge nicht mit den Geräten aus privaten Haushalten vergleichbar sind, werden nicht angenommen werden, sondern sind direkt über die jeweiligen Hersteller zu entsorgen. Zusätzlich besteht bei Bildschirmen, Monitoren, TV-Geräten, Lampen und Haushaltskleingeräten die Möglichkeit der kostenlosen Abgabe am Kleinanlieferplatz in Wassenberg-Rothenbach. Diese Anlage ist montags und freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

Der Kreis Heinsberg verwertet einen Teil der Geräte in Eigenregie. So können auf der Grundlage der Weltmarktpreise für Rohstoffe Einnahmen erzielt werden, die dem ­Abfallgebührenzahler wiederum zugutekommen sollen.

Um generell die sachgerechte Entsorgung und Verwertung der enthaltenen Rohstoffe noch stärker anzukurbeln, müssten seit 2016 ebenfalls größere Einzel- oder Online-Händler elektrische und elektronische „Oldies“ zurücknehmen, erklärte der Kreis. Verbraucher hätten so die Möglichkeit, ihre Altgeräte auch dort abzugeben, damit verwertbare Teile daraus recycelt werden und der restliche Schrott richtig entsorgt werden könnten. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mehr als 400 Quadratmetern müssten Altgeräte kostenfrei zurücknehmen. Bei Online-Händlern zähle die Lagergrundfläche, auf der Elektrowaren stehen würden.

Vorsicht gelte bei Dritthändlern, die über Portale online ihre Waren verkaufen würden: Diese könnten durchaus kleiner sein und unterlägen dann nicht der Rücknahmepflicht. Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimetern (also: jede Seite des Geräts darf nicht länger sein) müssten immer zurückgenommen werden — unabhängig davon, ob es in diesem Laden gekauft worden sei oder dort nun ein neues Gerät gekauft werde, so der Kreis weiter. Für größere Geräte gelte das Prinzip „alt gegen neu“: Werde ein Gerät gekauft, müsse ein Gerät der gleichen Kategorie (zum Beispiel Fernseher gegen Fernseher) kostenfrei zurückgenommen werden.

Das gelte im Übrigen auch, wenn das Gerät (zum Beispiel Waschmaschine) nach Hause geliefert werde. In diesem Fall müssten Verbraucher beim Abschluss des Kaufvertrages dem Händler jedoch bereits vorab mitteilen, ob ein Altgerät bei Auslieferung mitgegeben werde. Online-Händler müssten Verbrauchern bereits beim Kauf eines Gerätes mitteilen, wo ein entsprechendes Altgerät in zumutbarer Entfernung ­zurückgegeben werden könne. Ab 15. August würden (fast) alle Elektrogeräte in den Anwendungsbereich des entsprechenden Gesetzes fallen, so der Kreis.

Dies bedeute, dass auch Möbel und Bekleidungsstücke mit elektrischen Funktionen (zum Beispiel elektrischer Fernsehsessel) kostenlos abgegeben werden könnten. Dies gelte jedoch nur, wenn das elektrische Bauteil fest in das Gesamtprodukt eingebaut sei und sich nur unter großer Anstrengung wieder ausbauen lasse. Solle ein solches Gerät abgegeben werden, empfiehlt sich laut Kreis vorher eine entsprechende Rückfrage direkt an der Anlage in Gangelt-Hahnbusch (Telefon 02454/6133) oder beim Kreis Heinsberg (Telefon 02452/136115).