Wildenrath: Werke namhafter Komponisten begeistern Zuhörer

Wildenrath : Werke namhafter Komponisten begeistern Zuhörer

Mit einem großen Konzert ließ der Kirchenchor der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist aus Wildenrath das Jahr ausklingen. Er feierte damit gleichzeitig sein 150-jähriges Bestehen.

Nicht zuletzt wegen des Jubiläumskonzertes strömten die Zuhörer scharenweise in die festlich geschmückte Pfarrkirche.

Das Konzert, bei dem der Chor von dem Kinderchor St. Laurentius in Elmpt und dem Kirchenchor St. Rochus aus Dalheim unterstützt wurde, stand ganz im Zeichen der Weihnachtszeit: Es erklangen sehr feierliche und besinnliche Werke namenhafter Komponisten.

Den Auftakt bestritten die beiden Kirchenchöre gekonnt mit einem Lied von Charles Camille Saint-Sa’ns (1835 bis 1921) „Lobsinget Gott dem Herrn”. Der Komponist arbeitete viele Jahre ausschließlich als freier Komponist. Seine Kompositionen sind stark von der deutschen Romantik beeinflusst.

Darüber hinaus gilt er als einer der bedeutendsten französischen Komponisten. Im Anschluss an dieses kraftvoll gesungene Stück, folgte ein „Concertino F-Dur” von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759), bei dem Thomas Wirtz (Trompete) und Heinz Peter Küppers an der Orgel glänzten.


Händel erhielt bereits früh Orgelunterricht und wurde später Organist an der Dom- und Schlosskirche. Ferner studierte er eingehend die italienische Oper.

Ebenfalls wunderschön anzuhören war Küppers Spiel auf der Orgel bei einem Werk des Komponisten und Violinisten Antonio Vivaldi (1678 bis 1741), „Largo” aus „Der Winter”. Musikalisch begleitet wurde er dabei von Theresa Rixen, Jutta Hilgenberg, Christiane Apeldorn und Alexander Hergert (Flöten).

Vivaldis kompositorisches Schaffen umfasst Opern, Oratorien, Violinsonaten und Konzerte, darunter „Die vier Jahreszeiten.”

Beifall für Kinderchor

Großen Applaus gab es auch für den Auftritt des Kinderchores, der die Lieder „Und in dem Stall von Bethlehem” von Edelkötter, „Als ich bei meinen Schafen wacht” und den Jubelsang „Transeamus usque Bethlehem” zum Besten gab.

Alle drei Chöre gemeinsam beeindruckten die Zuhörer mit einem Satz von Dantonello „Nun freut euch ihr Christen” so sehr, dass das Publikum dabei ebenso mitsang wie bei den Stücken „Es ist ein RosÔ entsprungen” und „Da liegt nun in dem Stalle”.

Ein besonderer Ohrenschmaus war sicherlich „Ich steh an deiner Krippen hier” von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Hubert Schrimpf (Bariton) sang klar und leidenschaftlich und auch die beiden Kirchenchöre schienen mit dem Lied zu verschmelzen. Großer Beifall war den Musikern gewiss.

Mit 15 Jahren wurde Johann Sebastian Bach Schüler des Michaelisklosters in Lüneburg. Wenige Jahre später wurde er Organist im thüringischen Mühlhausen. Bachs kompositorisches Schaffen umfasst Kirchenkantaten, Motetten und Passionen. Von Bach erklang ferner noch ein Orgelsolo, eine „Pastorale”.

Absoluter Höhepunkt des Konzertes war zwischen der musikalischen Beiträgen die Verleihung der Alkuin-Medaille an den Wildenrather Kirchenchor. Diese Medaille gibt es aufgrund einer Initiative des Diözesan-Cäcilien-Verbandes.

Hintergrund für die Einführung der Alkuin-Medaille war, dass viele Kirchenchöre zwar regelmäßig und engagiert die Liturgie in ihrer Kirchengemeinde mitgestalten, die hohen Anforderungen, die mit der Verleihung der Palestrina-Medaille verbunden sind, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht erfüllen können.

Mit dem 150-jährigen Bestehen hat der Kirchenchor in Wildenrath ein wichtiges Kriterium für die Alkuin-Medaille erfüllt.

Europäisierung der Musik

Der Heilige Alkuin spielt in der Geschichte der christlichen abendländischen Musik eine bedeutende Rolle. Im Jahr 781 traf Karl der Große den 46-jährigen aus dem englischen York stammenden Diakon Alkuin und machte den gelehrten Mönch zum Lehrer seiner königlichen Hofschule in Aachen.

Sein besonderer Verdienst war die schriftliche Aufzeichnung der Gesangspraxis der römischen „schola cantorum” und deren Verbreitung im Reich Karls des Großen. „Die Alkuin-Medaille erinnert daran, dass die Europäisierung der Kirchenmusik von Aachen ausging und bis heute von grenzüberwindender Bedeutung ist”, so der Diözesan-Cäcilien-Verband.

Eine musikalische Glanzleistung gelang auch David Köbele (Cello) und Küppers (Orgel) mit dem Stück „Vom Himmel hoch, da komm ich her” von Pachelbel. Mit einem gemeinsamen „O du fröhliche” klang das gelungene Konzert unter der Gesamtleitung von Walter Platvoetz aus.