Kreis Heinsberg: Wenn Schöngeister streiten: Zoff beim Kunstverein Region Heinsberg

Kreis Heinsberg : Wenn Schöngeister streiten: Zoff beim Kunstverein Region Heinsberg

Seit geraumer Zeit hatten sich beim Kunstverein Region Heinsberg Diskussionsstoff und Missstimmungen angestaut, die nun bei der im Turnus von zwei Jahren stattfindenden Hauptversammlung äußerst kontrovers diskutiert wurden.

Die Tagesordnung der gut besuchten Versammlung sah acht Tagesordnungspunkte vor, doch gelang es dem Verein nach gut zweieinhalb Stunden nicht, über Punkt 5 hinwegzukommen.

Letztlich wurde die Versammlung vom neu gewählten Vorsitzenden Alwin Hintzen aus Heinsberg (Nachfolger von Manfred Dreesen) vertagt.

Für Alwin Hintzen kam der Vorschlag, als neuer Vorsitzender zu kandidieren, völlig überraschend, doch da Kunstvereine und speziell der Heinsberger Kunstverein seine Welt sei, stellte sich Hintzen, dessen Herz seit jeher für die Kunst und die „schönen Dinge” im Leben schlägt, zur Wahl.

Es fanden sich aber für die weiteren Vorstandsämter keine Bewerber. Vorschläge wurden von den Kandidaten abgelehnt. Allerdings nicht wegen des neuen Vorsitzenden, sondern vielmehr deshalb, weil man nicht wisse, welche Person dem Vorstand noch beitrete, und die Frage auftauchte, ob man mit diesem oder jenem Menschen zusammenarbeiten könne.

Eine schwierige Situation für alle Beteiligten, denn vereinsinterner Zündstoff und Diskrepanzen in der Vergangenheit sollten die Zukunft des angesehenen Kunstvereins nicht zunichte machen.

Deshalb appellierte die bisherige Schriftführerin Elfriede Verwoert an die „Macher”, endlich wieder zusammenzuarbeiten und den verfahrenen Karren aus dem sprichwörtlichen Dreck zu ziehen.

Nach 20 erfolgreichen Kunstvereinsjahren müsse wieder ein gemeinsamer Weg gefunden werden. „Wenn alle sich ein Stück entgegenkommen und wenn wir wieder vertrauensvoll zusammenarbeiten und kooperieren, dann bin ich auch wieder dabei”, äußerte sie ihr Interesse am Fortbestehen des Vereins.

Nach brodelnder Stimmung, Vorwürfen und teilweise auch unschönen Drohgebärden zog sich ein kleiner Kreis zu Gesprächen und Beratungen zurück. Die Stimmungslage ließ schließlich hoffen, dass wohl noch etwas zu machen sei.

Die Vertagung dürfte ein Stück weit Ruhe einkehren lassen. Und ein erneutes Zusammentreffen könnte eine vernünftige Lösung für den Verein bringen.

Im Vorfeld der kontroversen Diskussionen hatte es nicht nur Entlastung für den alten Vorstand gegeben, sondern auch weitere erfreuliche Kunde. So hatte die Resonanz in der Öffentlichkeit gezeigt, dass das Interesse am Verein immer größer wird und dass der Kunstverein weit über den Kreis hinaus ein hohes Ansehen genießt.

Stetig steigt die Anzahl der Künstlerbewerbungen. Susanne Hacker, bislang stellvertretende Vorsitzende, stellte heraus, dass es wieder hochkarätige und sehenswerte Ausstellungen gegeben habe.

Kassenwart Willi Lennartz sprach von einer zufrieden stellenden Kassenlage. Ein hitziges Thema war die Frage nach einer künstlerischen Leitung. Für den Kassenwart stand fest, dass sich der Verein finanziell keine fest angestellte Kraft leisten könne.

Doch auch zukünftig will der Verein nicht auf eine künstlerisch sachgerechte Begleitung seiner Ausstellungen verzichten. Einführungsreden sollen weiterhin von Kunsthistorikern gehalten werden, die für diese Aufgabe engagiert werden.