Kreis Heinsberg: Wenn die Kunst zur „Kopfsache“ wird

Kreis Heinsberg : Wenn die Kunst zur „Kopfsache“ wird

Wenn das siebenköpfige Gremium vom Kunstlabor — bestehend aus Georg Blank, Willi und Michael Arlt, Kay Huett, Marlen Krings, Gisela Stotzka und Runa Rosina Menges — am 30. Juni und 1. Juli zum großen Kunst-­Wochenende auf dem Gelände von Haus Hohenbusch nahe Erkelenz-Hetzerath einlädt, steht davor immer schon eine kreative Aufgabe auf dem Programm.

In diesem Jahr ist es eine reine „Kopfsache“. Für diese Gemeinschaftsarbeit sind allen Künstlern individuell zu gestaltenden Styroporköpfe und Hüte als Grundlage an die Hand gegeben worden. Sie sollen als Gesamtkunstwerk installiert werden, das während des Events zu besichtigen sein. Einige Köpfe und Hüte können während der Veranstaltung von interessierten Besuchen gestaltet werden.

Doch auch darüber hinaus setzt dieses künstlerische Sommerfest im altehrwürdigen Gemäuer am 30. Juni und 1. Juli auf Überraschungen in Kombination mit Bekanntem. Insgesamt 41 Künstler aus der Region zeigen beim mittlerweile 13. Live-Event des Internet-Portals, das im Netz unter www.kunstlabor.de zu entdecken ist, ihre Arbeiten im Atelier, auf dem Hof und in den beiden angrenzenden Laienbrüderhäusern. Damit zähle die Veranstaltung schon zu den größeren in der Region, betonte Georg Blank, der im Gremium für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten reicht von Bildern und Skulpturen bis hin zu Fotografien und Videoarbeiten. Dabei kommen immer wieder unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Wer zu den regelmäßigen Besuchern des Events zählt, kann die Entwicklung eines Künstlers über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten und miterleben.

Neben der bildenden Kunst gehören auch Musik und andere Vortragsformen zum Konzept des Kunstlabors. So erwartet die Besucher an beiden Tagen ein Programm aus Musik, Lesungen und Performances. Mit von der Partie ist wieder Oliver Wessel mit seiner Orgel. Er gehört mit seiner leichten und beschwingten Musik schon zu den Urgesteinen dieses Kunstfestes.

Musik und Literatur

Dies gilt auch für die Djembe-Freunde, die auch in diesem Jahr am Sonntag das Kunsttreffen rhythmisch ausklingen lassen. Dazwischen ist Platz und Raum für die Folkband Fallalei, den Songwriter Robin Hut, die Band Gana Devata mit ihren Handpans und erstmals für die ­Bucket Boys. Sie haben mit den Heiermann Hunters auch eine Vorband am Start. Unplugged werden sie am Samstagabend für die Bucket Boys einheizen.

Die Literatur wird repräsentiert unter anderen von Brigitte ­Böckels, Alex Schütz, Gisela Stotzka sowie dem schreibenden Feuerwehrmann Jörg Nießen. Die Autoren präsentieren in kurzen Lesungen Texte aus ihren aktuellen Büchern, Kolumnen oder anderen wort­lastigen Projekten.

„Das Kunstangebot kann mit Augen und Ohren aufgenommen werden“, sagte Blank bei einem Pressegespräch vor Ort auf dem Gelände von Haus Hohenbusch, wo das Internetportal Kunstlabor vor einigen Jahren für seine Live-Auftritte den geeigneten Platz gefunden hat. Das Kunstlabor-Live-Event war zuvor auf der Erkelenzer Burg und ganz am Anfang einmal in Oberbruch angesiedelt gewesen. Die Burg erwies sich aber gerade für Rollstuhlfahrer wegen der Treppen als ungeeignet. Mit Haus Hohenbusch haben die Kunstmacher einen passenden Ort gefunden, der Kunst auch für Menschen mit Handicap erlebbar macht.

Apropos Handicap: Auch in diesem Jahr trägt das Catering des betreuten Wohnens der Lebenshilfe in Erkelenz im „Laborcafé“ zum leiblichen Wohl der Gäste bei. „Wir haben mit der Kooperation bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, so Blank.

Die Kunstlabor-Veranstaltung, die von Sparkassen-Kunststiftung, Stadt Erkelenz und Förderverein Haus Hohenbusch unterstützt wird, beginnt am Samstag, 30. Juni, um 14 Uhr und endet am Sonntag, 1. Juli, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

(hewi)
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