Kreis Düren: Wenn der Elektromeister Brötchen liefert

Kreis Düren : Wenn der Elektromeister Brötchen liefert

Ein halbes Jahrhundert ist es her, da haben Toni Wirtz, Manfred Schauff, Hans-Erich Brandt und Wilhelm Meuser ihre Meisterprüfung in verschiedenen Handwerksbereichen bestanden.

Die Obermeister der Innungen Karl-Heinz Löwenkamp, Jochen Jennes und Rolf Karduck überreichten den Jubilaren in den Räumen der Kreishandwerkerschaft in Kreuzau ihren „Goldenen Meisterbrief”. Es war eine Feierstunde mit Erinnerungen, Anekdoten und einem „Rückblick auf des Lebenswerk jedes Einzelnen”, wie es Kreishandwerksmeister Gerd Pelzer formulierte. „Mit Herzblut haben Sie an ihrem Beruf gehangen”, stellte Gerd Pelzer fest, „der für Sie gleichzeitig Lebensinhalt war und Lebensqualität bedeutete”.

„Wagen voller Backwaren”

Hans-Erich Brandt, der 1953 seine Gesellenprüfung als Elektroinstallateur bestand, und im September 1962 seinen Meister vor der Handwerkskammer Aachen machte, lächelte vergnügt, als er seine Jubilars-Kollegen von der Bäckerinnung betrachtete. Der Vettweißer erinnerte sich daran, dass er in früheren Zeiten oft genug in Backstuben gerufen wurde, wen es mal wieder mit der „Elektrizität haperte”, er zum Teil aus Gefälligkeit noch Brötchen ausfuhr und selbst mit „einem Wagen voller Backwaren heimkehrte”.

Der Betrieb von Toni Wirtz gehörte allerdings nicht zu seinem Kundenstamm. Der Jülicher besuchte nach der Lehre und den Gesellenjahren im Jahre 1962 die Bäckerfachschule in Olpe, an der er seine Meisterprüfung ablegte. Später übernahm er dann den elterlichen Betrieb in Jülich-Hasselsweiler und eröffnete später in der Herzogstadt eine Filiale in der kleinen Kölnstraße. Zur Jahrtausendwende übergab er seinen Betrieb an Jakob Becker, der schon 14 Jahre als Meister bei ihm gearbeitet hatte.

Fast sein ganzes Leben lang hat Wilhelm Meuser Anhänger verschiedenster Typen gebaut. Den 1000. hatte er schon 1988 gebaut, wie Meuser nicht ohne Stolz berichtete. Begonnen hatte der Fahrzeugbauer aus Schleiden-Wiesgen, wo sein Betrieb steht, als Schmied. 1958 erhielt er den Gesellenbrief. Dann wechselte er als Fahrzeugbauer/Schlosser zu einer Firma in Hellenthal. Nach der Meisterprüfung vor 50 Jahren meldete er ein eigenes Gewerbe an und ist bis heute noch zusammen mit seinem Sohn im Betrieb. „Ich brauche das”, lautete der knappe Kommentar des „jovialen Chefs”.