Erkelenz: Wenig Plastik für sehr viel Geld beim Tauschtag

Erkelenz : Wenig Plastik für sehr viel Geld beim Tauschtag

Von Beginn an herrschte reger Andrang beim Großtauschtag für Telefonkarten und Euromünzen, den die „Telefonkartenfreunde Niederrhein 1992” in der Erkelenzer Stadthalle veranstalteten.

Die Kartenfreunde und emsigen Sammler verfolgen alle das gleiche Ziel: Fehlende Münzen der eigenen Münzsammlung oder eben eine Rarität unter den verschiedenartigen Telefonkarten zu ergattern.

Dementsprechend intensiv kreisten an diesem Tag auch die Blicke der sammelfreudigen Besucher aus Nah und Fern über die vielen Tische der 15 Aussteller.

Sicherlich wieder außergewöhnlich und vor allen Dingen mit großem Interesse anzusehen waren beispielsweise die zahlreichen Telefonkarten, die der zweite Vorsitzende der Telefonkartenfreunde Niederrhein, Werner Dobberstein, im Besitz hat.

Auch in diesem Jahr ließ er die Besucher gerne einen Blick auf seine Comic-Telefonkarten werfen, für die er eine besondere Schwäche hat.

Seit 1990 sammelt Dobberstein bereits Telefonkarten, darunter etwa einige Motive des Zeichners Hansrudi Wäscher aus den Sigurd-Heften der fünfziger und sechziger Jahre.

Nicht ohne Stolz berichtete Dobberstein, dass er Zuhause sogar handsignierte Telefonkarten von Burne Hogarth habe, der im Jahre 1931 Tarzanzeichnungen gefertigt hat. Solche Karten seien die Krönung, meint Dobberstein, der weiß, dass die bunten Plastikarten mit ihrem Comic-, Coca-Cola-, McDonalds-, aber auch Zigaretten- oder Airlines-Motiven selbst in Zeiten wie wirtschaftlichen Krisen ihrem Käufer und Sammler finden.

„Die Telefonkarte ist die Aktie des kleinen Mannes”, begründete er dieses Interesses. Der Vorsitzende der Telefonfreunde Niederrhein 1992, Heinz Niessen hatte sich für den Großtauschtag etwas Besonderes für die Besucher ausgedacht und warb mit einem für viele sicherlich attraktiven Angebot: Bei ihm gab es Ein- und Zwei-Euro-Münzen aus Monaco aus dem Jahre 2001 zusammen zu einem Preis in Höhe von 18 Euro.

Ein kompletter Eurosatz aus San Marino sowie aus dem Vatikan am Stand von Heinz Meding ließen wahrscheinlich jedes Herz der Euro-Münzen-Sammler höher schlagen.

Der Sammler, der seit 1985 neben Münzen auch Telefonkarten sammelt, wusste etwa zu berichten, dass die „Happy Valentine” aus einer Testserie von 50 Stück aus dem Jahre 1986 zu den wertvollsten der begehrten Plastikkarten zählt. Seiner Meinung nach sei diese Karte zwar die hässlichste, aber bei einem Wert von rund 2000 Euro durchaus die teuerste.

Wer trotz des vielfältigen Angebots an Karten und Münzen nicht fündig wurde, hatte zumindest noch die Chance, bei der Tombola einen der hundert Preise zu gewinnen. Der Hauptpreis war eine echte Goldmünze von 1916 mit Kaiser Franz-Josef als Motiv.