Erkelenz: WenDo weckt die Kraft der Frauen

Erkelenz : WenDo weckt die Kraft der Frauen

Gerade mal zwei Zentimeter dick ist das helle Holzbrett, vor dem Mädchen und Frauen unwillkürlich zurückschrecken. Das Holzbrett mit dem Fuß durch zu treten oder mit der Faust fest durch zu schlagen, ist eine der ersten Übungen von WenDo - dem Weg der Frauen - einer speziellen Selbstverteidigungstechnik von Frauen für Frauen.

Auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Erkelenz, Elke Schmitz und Lieselotte Zerbe, bietet die WenDo-Trainerin Claudia Becker in Erkelenz seit einigen Jahren WenDo-Kurse an.

Anfang der 70er Jahre wurde diese Methode in Kanada von Frauen initiert; in der feministischen Frauenbewegung wird sie seit der Gründung stetig weiterentwickelt und den Bedürfnissen von Mädchen und Frauen angepasst.

Mit Hilfe von Atem-, Stimmübungen, Selbstverteidigungstechniken, Rollenspielen und Gesprächen werden den Teilnehmerinnen verschiedene Wege aufgezeigt, wie sie Grenzen setzen können. Das ganzheitlichen Konzept von WenDo zielt darauf, dass Frauen jederzeit gut für sich sorgen und sich selbst an die erste Stelle setzen.

Da WenDo an den individuellen Möglichkeiten der Frauen ansetzt, gibt es keine speziellen Voraussetzungen. „Ich rate behinderten Frauen zum Beispiel, ihren Krückstock bei einem Überfall einzusetzen”, erzählt Claudia Becker, eine der wenigen WenDo-Trainerinnen im Regionalverband Rheinland. Ob eine Frau sich bei einem Angriff wehrt, liege nicht an ihrer Körperkraft, sondern an ihrer Entschlossenheit, ihr Leben und ihre Würde zu schützen.

Deshalb ist WenDo nicht fair und unterscheidet sich dadurch von klassischen Kampfsportarten. Denn wenn es um den Schutz der eigenen Würde und des eigenen Lebens geht, ist jedes Mittel recht.

„Ich erinnere Frauen an ihre Kraft und wecke die innere Stärke”, sagt Claudia Becker.