Wen beherbergen die Hotels im Erkelenzer Land?

Wen beherbergen die Hotels im Erkelenzer Land?

Erkelenzer Land. „Zimmer frei!” - für diesen Hinweis sind dienstlich oder privat Reisende immer dankbar, wenn ein nächtlicher Zwischenstopp eingelegt werden soll.

Eine ganze Reihe von Hotels in der Umgebung zeugt davon, dass der nördliche Teil des Kreises Heinsberg sowohl als Wirtschaftsstandort wie auch als Erholungsgebiet durchaus seine Attraktivität besitzt. Fahrradfahrer gehen etwa auf große Tour inklusive Übernachtungen, Großväter und Großmütter besuchen die lieben Enkel, und Handlungsreisende betreuen Projekte fernab der Heimat.

EVZ-Mitarbeiter Stephan Vallata erkundigte sich stellvertretend für die vielen gastronomischen Beherbergungsbetriebe bei vier Hotels im Erkelenzer Land, welche Art von Besuchern die hiesigen Gästehäuser denn so beherbergen.

Geschäftsleute - zum Teil aus aller Welt - würden zur allgemeinen Klientel gehören, informiert Simone Wahl vom Hotel Weiher. Zusammen mit ihrem Ehemann Wolfgang, einem gelernten Küchenmeister, betreibt sie es seit 1995 - 53 Betten in insgesamt 28 Zimmern stehen zur Auswahl.

Auch Radler auf der Durchreise „klopfen” regelmäßig an die Pforte des Ehepaares. Während der Sommermonate quartieren sich ab und zu schon mal Hochzeitsgesellschaften ein. „Klagen können wir nicht”, gibt Inhaberin Wahl Auskunft.

Die Burg Wegberg will vor allem mit einem umfassenden Tagungsangebot punkten. Reserviert werden können je nach Gruppenstärke mehrere technisch gut ausgestattete Säle. Mit der Vermarktung der noch nicht gebauten Bürgerhalle wurde übrigens schon begonnen, denn diese findet sich bereits in einer Angebotsliste der Burg Wegberg wieder.

Zu den Stammgästen des Hauses gehören Wochenendtouristen und außerdem einige bekannte Firmen aus dem Umkreis. Betriebsleiter Joachim Brazda zur momentanen Auslastung des 54 Betten starken Hotels: „Man merkt schon, dass es in der Ferienzeit etwas ruhiger wird”.

Am Göddertzhof in Kleinbouslar schätzen Besucher vor allem die „heilige Ruhe”, weiß Besitzerin Heidi Schüller. Seit sage und schreibe 240 Jahren befindet sich das Hotel Garni in Familienbesitz. Hotels dieser Kategorie bieten neben der Übernachtung nur Frühstück an.

Schüller möchte die urige Atmosphäre des altehrwürdigen Anwesens erhalten - alle 15 Zimmer sind liebevoll im bäuerlich-rustikalen Stil eingerichtet. „Die Gäste kommen jetzt in den Sommerferien mit mehr Ruhe, weil es eben Urlauber sind und keine hektischen Geschäftsleute”, weiß die Geschäftsführerin.

Der Hof ist zwar etwas weit ab „vom Schuss”, aber durch Mundpropaganda dennoch bekannt und darüber hinaus auf der Homepage der Stadt Erkelenz vertreten.

Etwas säuerlich stimmt Schüller jedoch die ihr noch unzureichende Anzahl von Hinweisschildern an den nahe gelegenen Straßen. Nicht die Stadt Erkelenz sei dafür zuständig, sondern der Landschaftsverband NRW, so die Hotelbesitzerin. Kleinbouslar und andere Ortschaften würden nämlich - was das Straßennetz angeht - außerhalb des Stadtgebietes liegen.

Starken Zulauf erfährt das „Hotel am Park” in Hückelhoven besonders bei publikumsträchtigen Ereignissen. Jetzt im August starte beispielsweise wieder die Pilgerfahrt nach Kevelaer, schildert Industriekauffrau Angela Windelen, die das Hotel gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen leitet. Dann machen erfahrungsgemäß Pilgerer aus Eilendorf in Hückelhoven Rast. Darüber hinaus sorgen die deutsch-niederländisch-belgischen Filmtage jedes Jahr für rege Gästeströme.

Positiv aufs Geschäft wirke sich auch das Wachstum des Gewerbe- und Industriegebietes sowie das Gründerzentrum aus, ergänzt Windelen. Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus Ende des Jahres wird das Gästehaus über insgesamt 40 Betten verfügen.