Effeld: Weißes Gold gut für Gaumen und Gesundheit

Effeld : Weißes Gold gut für Gaumen und Gesundheit

Zart und unverfälscht ist das Aroma, Elfenbein die Farbe: Die Feinschmecker jubeln, denn nun ist wieder Spargelzeit.

„Mutter Natur” liefert ab Ende April erneut das edelste aller Gemüse. Der erste taufrische Spargel wird in der Region dann täglich noch vor Sonnenaufgang gestochen.

Das „Weiße Gold” prägt in Effeld, Selfkant und Waldfeucht das Landschaftsbild. Erdwall neben Erdwall wartet auf den erdbraunen Äckern Nacht für Nacht darauf, dass seinem irdenen Schutz die zart-aromatische Stangenfrucht entrissen wird. Sorgfältig stechen die landwirtschaftlichen Betriebe im Heinsberger Land die fingerdicken weißen Köstlichkeiten.

Mit einer Anbaufläche von etwa 15 Hektar ist Effeld das reinste Eldorado der Spargelfans. Die Natur reserviert für das begehrte Gemüse nur eine kurze Erntezeit. Deshalb stellen sich die rund ein Dutzend Effelder Spargelbauern von Mitte April bis Ende Juni ganz auf Spargel ein.

So auch Franz-Josef Geiser. „In diesem Jahr sind wir spät dran mit der Ernte. Ab Ende der Woche beginnt aber auch bei uns die Spargelzeit”, sagt der Effelder Landwirt. Anbau, Ernte und Aufbereitung erfolgt per Hand, der Verkauf direkt vom Hof. In den kommenden Wochen erwartet Geiser täglich Kunden aus der Region, aber gleichfalls aus Düsseldorf, Aachen und Mönchengladbach, die sich mit echtem Effelder Spargel eindecken. Die Delikatesse ist eben auch für den Tourismus von Bedeutung.

Selbstverständlich beziehen zahlreiche Restaurants das Weiße Gold von den Effelder Experten. Schließlich bietet Spargel ein Höchstmaß an Genuss bei nur 13 Kilokalorien pro 100 Gramm. Und dabei ist Spargel auch noch ausnehmend gesundheitsfördernd.

Mann kann ihn ohne Reue genießen und tut gleichzeitig etwas für die Gesundheit”, meinen Spargelbauern. Fördernd sei der Wirkstoff „Asparagin”. Er wirke entschlackend und harntreibend. Außerdem enthalte der Spargel viele Vitamine und Mineralstoffe. Hauptsächlich besteht das gesunde Gemüse aber aus Wasser (94 Prozent).

Der Köstlichkeit werden zudem krebsvobeugende, cholesterinsenkende, blutdruckregulierende und entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Auch als Jungbrunnen soll sich die Stangenfrucht bewährt haben.

Je frischer die Stangen, desto pikanter und natürlicher der Geschmack. Doch auf Grund seiner hohen Empfindlichkeit verliert der Spargel bei langer Transport- und Lagerzeiten Qualität und Geschmack.

Frischen Spargel erkennt der Laie an frischen Schnittflächen und knackigen Stangen, die beim Aneinanderreiben quietschen. Die Köpfe sollten fest geschlossen sein. Ungeschält, in ein feuchtes Tüch gewickelt, bleibt Spargel im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu vier Tage frisch.

Die Spargelsaison beginnt ab Mitte April. Süddeutsche Anbaugebiete können sich meist 14 Tage früher freuen. In der Region ist er ab Ende April zu haben. Der Spargel benötigt Sonne und Wärme. Das heißt, spätestens zur Pfingstzeit wird richtig „gespargelt”.

Schon 500 Jahre vor Christus war Spargel als Heilpflanze bekannt, die alten Griechen wie Hippokrates und Cato erwähnen Spargel und verfassten eine Anleitung zum Spargelanbau. Vor rund 2000 Jahren wurden die ersten Rezepte niedergeschrieben. Heute gibt es hunderte köstlicher Spargel-Menüs.

Für den Spargelbauer ist die Spargelkultur aufwändig. Immerhin 15.000 Euro je Hektar kostet die Spargelneuanlage. Jede Spargelstange muss einzeln ausgegraben und geerntet werden. Eine Spitzen-Arbeitskraft erntet je Arbeitsstunde zehn Kilogramm, also rund 200 Stangen Spargel.

Der Höhepunkt der Spargelsaison ist in Effeld das Spargelfest, das in diesem Jahr zum 21. Mal begangen wird. Am Christihimmelfahrts-Donnerstag, 20. Mai, ist im Spargeldorf ab 11 Uhr kulinarischer Genuss mit viel Live-Musik angesagt.

Bei der Gelegenheit ist das Weiße Gold nicht nur an vielen Ständen für die heimische Küche zu erwerben, auch dürfen die Gäste im Bürgerhaus zahlreiche Spargelgericht probieren.

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