Selfkant-Höngen: Wehr übt den Ernstfall: Zwölf Vermisste und Feuer im Altenheim

Selfkant-Höngen : Wehr übt den Ernstfall: Zwölf Vermisste und Feuer im Altenheim

Sirenengeheul und ein Aufmarsch der Feuerwehren Richtung Alten- und Pflegeheim St. Josef. Und als dann noch mehr Feuerwehrfahrzeuge und sogar die Drehleiter aus Heinsberg anrücken, ahnen viele Selfkantbürger Schlimmes.

Einige haben regelrechtes Nervenflattern. Auf den Wirtschaftswegen rund um das Altenheim sieht man Auto um Auto auffahren, das viele Blaulicht der Einsatzfahrzeuge erhellt den Abendhimmel. Aus dem Versorgungsgebäude quillt starker Rauch hervor.

Bei Arbeiten im Heizungskeller kam es zur Verpuffung, und das ganze Gebäude steht in Sekundenschnelle unter dichtem Rauch. Ferner ist ein Feuer ausgebrochen, insgesamt zwölf Personen werden vermisst und von Flammen und Rauch eingeschlossen.

Was sich wie ein wahres Horrorszenario anhört, ist zum Glück nur eine Fiktion und Grundlage für die Jahreshauptübung der Selfkantfeuerwehren, bei der über 100 Feuerwehrleute auf den Beinen sind.

Einsatzleiter Mike Büskens fordert nach erster Einschätzung der Lage den Löschzug zwei der Gemeinde Selfkant mit den Löscheinheiten Schalbruch/Havert und Millen/Tüddern an. Zuvor rückt der Löschzug eins mit Höngen/Saffelen und Hillensberg/Süsterseel an, zudem werden die Drehleiter und der Rote-Kreuz-Zug angefordert.

Mit schwerem Atemschutz durchsuchen gleich einige Feuerwehrleute das Gebäude; Menschenrettung ist das oberstes Ziel. Zwischenzeitlich ist die Drehleiter angerückt, denn einige Personen haben sich pflichtgemäß aufs Dach gerettet und werden nun von der Drehleiter aufgenommen.

Die verletzten Personen versorgt das Deutsche Rote Kreuz. Von dort aus werden weitere Maßnahmen zum Weitertransport veranlasst. Die zwölf vermissten Personen werden allesamt schnellstens im Gebäude geborgen, gleichzeitig beginnt die Brandbekämpfung.

Bis zur letzten Sekunde war die facettenreiche Übung von den Verantwortlichen geheim gehalten worden. Ganz vorbildlich verhielten sich die Bewohner im Alten- und Pflegeheim; für das Betreuungsteam war dieser Einsatz auch eine wertvolle Übung. „Die Übung ist sehr gut abgelaufen”, blickte Übungseinsatzleiter Ralf Herbertz nach Beendigung auf den Einsatz zurück.

„Eine Übung in solchem Ausmaß ist besonders wichtig.” Trotz ungewöhnlicher Zeit am frühen Abend für eine Jahresübung der Selfkantwehren dankte Gemeindebrandinspektor Herbertz in der Abschlussbesprechung seinen Kameradinnen und Kameraden für den vorbildlichen Einsatz.