Gangelt: Wege des Hausmülls führen nach Birgden

Gangelt : Wege des Hausmülls führen nach Birgden

Die Mülldeponie Hanbusch in Birgden soll ab 1. Juni des kommenden Jahres zu neuem Leben erweckt werden.

In einer Abfallumladestation im Eingangsbereich der Deponie soll unter anderem der gesamte Hausmüll aus dem Kreis Heinsberg vorsortiert und dann mit speziellen Lkws zur Müllverbrennungsanlage nach Weisweiler gefahren werden.

Das trug der Bau- und Umweltdezernent des Kreises Heinsberg, Josef Nießen, bei der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses in Gangelt vor und musste sich vielen Fragen und mancher Kritik stellen.

Dabei ist das Hauptargument der breiten Gegnerschaft nicht etwa die Lärm- oder Geruchsbelästigung, die eventuell mit dem Betrieb der Anlage einher gehen könnte. Es ist die Verkehrssituation auf der derzeit schon hoch belasteten Bahnhofstraße.

„Unter den gegebenen Umständen ist die Bevölkerung strikt gegen weitere Belastungen”, gab beispielsweise CDU-Ratsherr Richard Kehmer dem Mann aus dem Kreishaus mit auf den Weg.

Ab dem 1. Juni 2005 darf Hausmüll gesetzlich nicht mehr ohne so genannte thermische Vorbehandlung abgelagert werden. Der in den Städten und Gemeinden des Kreises Heinsberg gesammelte Hausmüll soll zentral auf dem Gelände der Deponie Hanbusch umgeschlagen und grob vorsortiert werden.

„Wir wollen das Ganze nicht schön reden”, spielte Josef Nießen von Beginn an mit offenen Karten, „das Thema Müll fassen alle mit spitzen Fingern an, außer diejenigen, die damit Geld verdienen!”

Der Kreis Heinsberg ist in dem Genehmigungsverfahren der Antragsteller, die RWE Umwelt West GmbH die Betreiberin. Hanbusch, wo der Deponiebetrieb seit Januar 2000 ruht, sei als Abfallbeseitigungs- oder Abfallbehandlungsanlage seit 1984 genehmigt.

Andere Flächen, zum Beispiel das Zechengelände in Hückelhoven, hätten nicht zur Verfügung gestanden. Während die Betriebszeiten der Anlage von sechs bis 22 Uhr geplant seien, müsse während der normalen Arbeitszeit der Müllwerker mit vier bis sechs Fahrten pro Stunde zur Deponie gerechnet werden.

Der größte Teil dieser Fahrten kommt natürlich nicht aus dem Geilenkirchener Bereich über Gillrath, sondern aus den anderen Gebieten des Kreises über Gangelt oder Waldenrath durch Birgden. Die abfahrenden Lkws Richtung Weisweiler berühren das Gemeindegebiet dann nicht mehr. Der Umschlagplatz, so Nießen, sei eine „Hallenveranstaltung”, also mit Lärm- oder Geruchsbelästigungen sei nicht zu rechnen.

Das war dann in der folgenden Diskussion gar kein Thema. Es ging nur um die Entschärfung der Verkehrssituation, die mit dem Bau der B56n steht und fällt. Bei der Fertigstellung dieser Straßenanbindung von der A46 bis nach Millen ist auch die K3 geplant, die zwischen Birgden und Waldenrath abgehen und nach Hatterath führen soll. Von dieser Straße könnte eine „Müllstraße” in Richtung Deponie abbiegen, so dass die Bahnhofstraße gar nicht berührt würde.

Die Fertigstellung der B56n, da war man sich im Ausschuss einig, steht in diesem Jahrzehnt nicht mehr an. Der jetzt gewünschte Vertrag für den Umschlagplatz läuft aber nur fünf Jahre bis ins Jahr 2010. Das heißt, die Birgdener Ortsdurchfahrt bekommt in diesen Jahren den Müllverkehr ab. Die Angelegenheit wurde in die Fraktionen zurück verwiesen.

Am Montag, 28. Juni, um 19 Uhr geht es in der Bürgerversammlung im Bürgerhaus Birgden um die Rahmenplanung für den Ort. Es ist zu vermuten, dass auch die Verkehrssituation und der Deponie-Antrag eine tragende Rolle spielen.