„Wasser für das Leben”

„Wasser für das Leben”

Kreis Heinsberg. „Wasser für das Leben” ist das Motto am „Tag des Wassers”, der am Dienstag, den 22. März auf die Bedeutung des Lebensmittels „Trinkwasser” hinweisen soll.

In ausreichender Menge sauberes Wasser zur Verfügung zu haben, ist nämlich keine Selbstverständlichkeit. Die Vereinten Nationen rufen mit dem „Tag des Wassers” alle Menschen dazu auf, das Mögliche zu tun, damit möglichst vielen Menschen sauberes Wasser zugänglich ist.

Dass „Sauberes Wasser” auch im Kreis Heinsberg ein Thema ist, verdeutlichen Pressemeldungen. In schöner Regelmäßigkeit tauchen Beiträge auf, in denen beschrieben wird, dass in Brunnenwasser überhöhte Nitratwerte gemessen worden sind.

„Dabei handelt es sich ausschließlich um Gartenbrunnen, aus denen Privatpersonen Wasser überwiegend zur Bewässerung entnehmen”, weiß Josef Wallrafen von der Unteren Wasserbehörde des Kreises. Zur Trinkwasserversorgung wird dieses Wasser nicht gefördert.

Die Wasserwerke im Kreis fördern ihr Trinkwasser ausschließlich aus so genannten Tiefenbrunnen. Das Kreiswasserwerk fördert in Tiefen zwischen 90 und 200 Metern, das Erkelenzer Wasserwerk der West Energie und Verkehr in 40 bis 50 Metern, die Stadtwerke Heinsberg in 60 bis 90 Metern, das Verbandswasserwerk in 40 bis 50 Metern und das Gemeindewasserwerk Waldfeucht in 60 Metern Tiefe.

„Oberflächenwasser braucht Jahre, um in diese Grundwasserschichten zu gelangen. Dabei dringt es durch unterschiedliche Bodenschichten, die wie ein Filter wirken”, erklärt Wallrafen. Insbesondere sind die Nitratwerte des Wassers aus der Tiefenförderung wesentlich niedriger als die des oberflächennahen Grundwassers.

Im Einzelnen wurden im Mittel im Jahr 2004 folgende Mittelwerte beim Nitrat sowie nachstehende Härtewerte und -bereiche gemessen. Der Grenzwert für Nitrat ist nach der Trinkwasserverordnung auf 50 mg/l festgelegt. Unterschiede beim Nitratgehalt sind vor allem geologisch bedingt.

Kreiswasserwerk Heinsberg (Wegberg-Uevekoven): Nitrat 26,4 mg/l, 12,9 Grad dH Wasserhärte, Härtebereich 2

Kreiswasserwerk Heinsberg (Gewinnungsanlage Wassenberg): Nitrat 24,2 mg/l, 13,1 Grad dH, Härtebereich 2

Kreiswasserwerk Heinsberg (Gewinnungsanlage Arsbeck): Nitrat 0,5 mg/l, 10,4 Grad dH, Härtebereich 2

Verbandswasserwerk Gangelt: Nitrat 16,2 mg/l, 10,0 Grad dH, Härtebereich 2

Stadtwerke Heinsberg: Nitrat 18,2 mg/l, 10,0 Grad dH, Härtebereich 2

Wasserwerk Erkelenz: Nitrat 30,0 mg/l, 18,5 Grad dH, Härtebereich 3

Gemeindewasserwerk Waldfeucht: Nitrat 32,6 mg/l, 10,6 Grad dH, Härtebereich 2

Die Stadt Übach-Palenberg wird mit Eifeltalsperrenwasser versorgt. Dieses Wasser weist mit dem Härtebereich 1 den niedrigsten Härtegrad und einen Nitratgehalt von 6,0 mg/l auf.

Der Härtebereich des Trinkwassers ist beim Wäschewaschen ausschlaggebend für die Dosierung des Waschmittels.

Das Trinkwasser wird je nach erforderlichem Untersuchungsumfang in unterschiedlichen und teilweise sehr kurzen Zeitabständen routinemäßig untersucht und durch den Amtsarzt des Kreises kontrolliert. Die Untersuchungen erstrecken sich in der Regel auf mikrobiologische und chemische Untersuchungen nach der Trinkwasserverordnung. Dabei werden rund 50 Werte ermittelt.

Natürlich ist auch den Wasserwerken daran gelegen, die außerordentlich gute Qualität des Trinkwassers zu erhalten. So existieren im Kreis Heinsberg Kooperationen zwischen Wasserwerken und Landwirten. Ziel ist eine Grundwasser schonende Landwirtschaft. Durch Gespräche, Beratungen und Einzelprojekte wird der Düngemittel- und Nitrateintrag optimiert.