Kreis Heinsberg: Wasser aus der Rur für Restsee Inden II: Keine Schäden im Kreis Heinsberg?

Kreis Heinsberg : Wasser aus der Rur für Restsee Inden II: Keine Schäden im Kreis Heinsberg?

Der Braunkohlenplan Inden II soll geändert werden. Die Auskohlung dieses Abbaufeldes ist bis nach 2030 genehmigungsrechtlich abgesichert.

Doch statt einer Verfüllung des Restlochs mit Abraum aus dem Tagebau Hambach ist nun eine Teilverfüllung mit einem Restsee vorgesehen: mit rund 800 Millionen Kubikmetern Wasser, 14 Kilometern Uferlinie und 80 Metern mittlerer Tiefe.

Das Verfahren zur Änderung des Braunkohlenplans läuft. Das Wasser soll aus der Rur entnommen werden. Die Sorge: Drohen Schäden an Feuchtgebieten und Altarmen im Kreis Heinsberg? In der Rur am Pegel Jülich werden nach Tagebauende jährlich rund 500 Millionen Kubikmeter Wasser abfließen. Die Talsperren sichern davon einen Basisabfluss von 155 Millionen.

Die Industrie hat zwar Entnahmerechte in Höhe von 62 Millionen, nutzt aber derzeit nur maximal sechs Millionen. Der Basisabfluss biete also ein ausreichendes Potenzial für eine mögliche Vervielfachung des industriellen Bedarfs, erklärten Vertreter von RWE Power im Kreis-Ausschuss für Umwelt und Verkehr.

Aus dem Mittelwasserabfluss von 250 Millionen (der Hochwasserabfluss wurde mit 95Millionen beziffert) könne der Restsee mit rund 40 Millionen Kubikmetern jährlich sicher in 30 bis 40 Jahren befüllt werden, ohne mit industriellem Bedarf zu konkurrieren; Optionen zur Verkürzung der Befüllzeit seien vorhanden.

Die RWE-Vertreter betonten unter Berufung auf Gutachten, die Mittelwasserentnahme sei „umweltverträglich” möglich. Im Kreis Heinsberg als Unterlieger der Rur seien keine Nachteile und keine Schäden zu erwarten. Eine Wasserentnahme beim Basisabfluss, also bei Niedrigwasser, sei nicht vorgesehen. Für den Kreis Heinsberg - so der Tenor im Ausschuss - ist es bedeutsam, dass in den Zielen des Braunkohlenplans und nicht nur in den Erläuterungen festgeschrieben wird, dass bei Niedrigwasser keine Entnahme erfolge.