Wassenberg: Wassenberger Tourismus hat ein neues Gesicht

Wassenberg : Wassenberger Tourismus hat ein neues Gesicht

Um zwei Posten wurde in Wassenberg lange gerungen: um den einer Tourismusfachkraft und um den des Beigeordneten. Nun kann ein 50-prozentiger Erfolg vermeldet werden: Sabrina Martin ist die Nachfolgerin von Heinz Randerath, der fürs Stadtmarketing zuständig war, und soll Wassenberg (und Roerdalen) nach vorne bringen.

Die 30-Jährige stammt aus Potsdam, ist gelernte Reisverkehrskauffrau, hat als Reiseleiterin auf Mallorca und in Andalusien gearbeitet, dann ein Fernstudium in Tourismusmanagement absolviert und ist schließlich aus der freien Wirtschaft in die Verwaltung gewechselt.

Niederkrüchten war ihre letzte Station, dort wohnt sie mit Mann und anderthalbjähriger Tochter. Nicht ganz unwesentliches Detail am Rande: Ihr Mann ist Niederländer, also spricht sie die Sprache des Nachbarlandes auch ziemlich gut. Da Wassenberg mit Roerdalen eine Tourismuskooperation eingegangen ist, ist das von großem Vorteil, wenn nicht unerlässlich. Denn, wie Bürgermeister Manfred Winkens sagte, dürfe bei den Treffen jeder seine Landessprache sprechen, zuweilen werde dies aber doch anstrengend und manchmal verstünde man eben doch nicht alles, trotz ähnlicher Dialekte.

Im Umgang mit unzufriedenen Urlaubern geübt, weiß Sabrina Martin offenbar auch auf unangenehme Fragen diplomatisch zu antworten. Was in Wassenberg alles schieflaufe, aus der Sicht eines Tourismusexperten? „Es gibt gute Anfänge, vor allem mit Roerdalen”, sagte sie am Dienstag bei ihrer Vorstellung im Wassenberger Rathaus.

„Aber wenn es nichts zu verbessern gebe, bräuchte man mich hier auch nicht.” Sie habe es sich beispielsweise zur Aufgabe gemacht, alle Gastronomen und Hoteliers stärker einzubinden, ihnen deutlicher vor Augen zu führen, dass man sich nicht als Konkurrenz zu den Kollegen in den Niederlanden betrachten solle, sondern stattdessen gemeinsam Pauschalangebote schnüren könne: Wanderung mit Einkehr und Übernachtung etwa.

Trotz markanter Punkte wie Gondelweiher, Burg oder Roßtor gebe es in Wassenberg noch einiges zu tun. „Die Innenstadt braucht dringend noch ein paar Anziehungspunkte, wo Menschen einen Kaffee trinken oder auch so verweilen können”, sagte die 30-Jährige.

Derzeit bereitet sie den Stand Wassenbergs und Roerdalens auf der Floriade vor, außerdem wird der Meinweg ein Schwerpunkt ihres Konzepts bleiben. Klinkenputzen gehört derzeit zu einer Hauptaufgabe, nicht nur, was Gastronomie und Hotels anbelangt, sondern auch mit - wie es neudeutsch so schön heißt - Marktbegleitern wie der Heinsberger Tourist-Service oder den Niederrheinischen Reisemobiltagen. Und: Ein einheitliches Image, eine Corporate Identity, müsse her, sagte sie, außerdem könne die Homepage noch aufgepeppt werden. Es gibt also noch viel zu tun.

Und was ist mit der Beigeordnetenstelle? „Geduld”, sagte Winkens, das Thema käme auch noch mal auf den Schild.