Wassenberg: Wassenberger Sternsinger bauen Brücken

Wassenberg : Wassenberger Sternsinger bauen Brücken

Die Überraschung in Wassenberg war perfekt: „Die Sternsinger der Pfarre St. Mariä Himmelfahrt Wassenberg-Oberstadt sind die Sieger im Wettbewerb des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend” lautet die Meldung.

In Wassenberg meldete sich sofort auch das Fernsehen für Live-Übertragungen. Aber kaum jemand wusste so recht, um welchen Wettbewerb es da eigentlich gegangen war. Um die Anzahl der zurzeit wieder von Haus zu Haus ziehenden Gruppen konnte es sich wohl kaum handeln.

Hier wurde nachgehakt, und herausgekommen ist eine fast unglaubliche Geschichte. Bei diesem „Wettbewerb war eigene Kreativität gefragt, mit der der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Anlehnung an das diesjährige Sternsinger-Motto „Kinder bauen Brücken” die Bewusstwerdung und die Vertiefung des dahinter stehenden Gedankens fördern wollte.

Die Sternsinger der Oberstadtpfarre St. Mariä Himmelfahrt unter Leitung von Martina Jansen überraschten schon wiederholt mit tollen gestalterischen Ideen bei besonderen Projekten des Kinderferienwerkes oder bei der Vorbereitung ihrer Sternsinger-Aussendungsgottesdienste. Birgit Jansen, die Tochter von Martina und Karl-Heinz Jansen, „wusste, was wir machen”: „Wir bauen eine große Weltkugel mit allen Erdteilen darauf und verbinden sie mit einer Brücke, auf der viele Kinder aus aller Welt und aller Rassen sich an den Händen halten.”

Das war leichter gesagt als getan. Die Vorbereitungen bei der Materialauswahl und bei der Beschaffung sowie die dauerhafte Ausführungsart nahmen viel Zeit in Anspruch. Im Keller des Hauses Jansen wurde fast zehn Wochen lang gearbeitet. Viele Besuche in Geschäften waren erforderlich, bis beispielsweise ein Stapel Schuhkartons, die als Brückenfeiler dienen sollten und farbig angemalt wurden, bereit standen.

Zentrale Weltkugel

Die „Kinder” in Gestalt niedlicher „Männchen” symbolisierten die verschiedenen Hautfarben und Rassen. Die Brücke wurde mit einem festen Bogen fixiert. Darauf kam die zentrale Weltkugel. Der größte überhaupt aufzutreibende Luftballon bildete die Substanz. Er wurde aufgeblasen und zur Fixierung seines Durchmessers mit Leim bestrichen und mit festem Papier beklebt.

Darauf wurden die Erdteile aufgemalt. Ein Foto des farbigen Werkes ging an die Aachener Adresse. Und dann hörte man lange Zeit nichts mehr - bis ganz kurzfristig vergangene Woche die Einladung zum Sternsinger-Gottesdienst im Aachener Dom mit Weihbischof Karl Reger einging. Mehr als 1000 Sternsinger nahmen daran teil.

Die Wassenberger Gruppe reiste mit ihrer Weltkugel im Gepäck nach Aachen. Das war gar nicht so einfach bei fast 3,50 Meter Länge. Die maßgeblich am Projekt beteiligten Jugendlichen Thomas Schmitz, Elisa Thanky, Adrian Kubas, Simon Theißen und Birgit Jansen zusammen mit Martina und Karl-Heinz Jansen fuhren gemeinsam mit. Von einem „Preis” wusste man nichts.

In der „Karolina” des Gymnasiums wartete dann die große Überraschung auf die Sternsinger. Sechs Projekte wurden vorgestellt. An letzter Stelle kam das Wassenberger Projekt, das zum „Sieger” erklärt wurde. Die Überraschung und Freude war enorm. Martina Jansen erklärte die Symbolik und die einzelnen Schritte der Realisierung. Weihbischof Karl Reger und der Vorsitzende der Jury waren, wie alle Anwesenden, überrascht über diese Gemeinschaftsleistung.

Euregio-Empfang

Am 7. Januar nehmen die Wassenberger Sternsinger zusammen mit Sternsingern aus Belgien und den Niederlanden an einem Euregio-Empfang in Eupen teil. Auch dort wird ihre „Weltkugel Brücke” vorgestellt.

Am Sonntag aber hatten die Besucher des Aussendungsggottesdienstes in der Wassenberger Marienkirche Gelegenheit, die preisgekrönte Arbeit zu besichtigen. Danach zogen die 45 Sternsinger mit ihren erwachsenen Begleitern durch die Straßen der Oberstadt zu den Bewohnern. Sie sangen ihr Sternsinger-Lied und malten ihr „C + M + B” an die Hauswand. Vor allem aber baten sie um eine Spende für Kinder in Not.