Wassenberg: Wassenberg durch Künstler wie verwandelt

Wassenberg : Wassenberg durch Künstler wie verwandelt

Der „Kunst- und Kulturtag” im Herzen der historischen Innenstadt, in Kirchen und an weiteren Ausstellungsorten hat durchaus Chancen, ein festes „Date” in der Kunstszene des Rheinlandes zu werden.

Die Einmaligkeit des Ambientes, die Vielgestaltigkeit der gezeigten Darstellungen im Bereich der Malerei, der Skulpturen-, Objekt- und Fotokunst und die freundlich-lockere Atmosphäre wurden noch vom endlich sommerlich-heiteren Wetter gekrönt.

Zusammen mit dem musikalischem Begleitprogramm von der klassischen Kammermusik des neu gebildeten Ensembles „Scherzo”, dem exzellenten Akkordeon-Orchester Ratingen und der Big Band der Musikschule Mönchengladbach waren alle äußeren Voraussetzungen gegeben für einen vollen Erfolg.

Die voraufgegangenen Präsentationen von 30 der insgesamt 59 beteiligten Künstler in den Schaufenstern der Wassenberger Geschäfte und Institutionen vervollständigten ein Programm der Sonderklasse.

Bei seiner Eröffnungsansprache erwähnte Bürgermeister Manfred Erdweg den enormen Einsatz der Wassenberger Künstlerinnen Maria Brosch und Rita Gehlen-Marx sowie die hilfreiche Unterstützung durch den Kulturförderverein mit Hermann-Josef Kitschen sowie Günther Preuss und Gabi Jansen.

Die beiden Künstlerinnen waren mit eigenen Ausstellungen im Atrium des alten Rathauses repräsentativ vertreten. Hier faszinierte auch der Hückelhovener Künstler Helmut Machat („Canthe-Mitglied”) mit seinen „Wasserspiegelungen in der Rur”. In der „Burg” ging der Betrachter auf eine mediterrane „Ess- oder Kochkunstausstellung” von Herzberg de Pers aus Hückelhoven, die mit ihren glühenden Farben das Wasser im Munde zerfließen ließ.

Die Ausstellungen von Wolfgang Franken in der Hofkirche, „Tragbare Kunst aus Wurzelholz”, oder des Kölner Künstlers Helmut Tollmann mit seiner „Konzeptionierung vernetzter Kunstobjekte” in der Kreuzkirche setzten zahlreiche neue Akzente künstlerischer Darstellungen.

Die Wassenberger Töpferinnen Dagmar Rosenkranz und Karin Schwetz zeigten eine bemerkenswerte künstlerische Weiterentwicklung, die der heimischen Kunstszene manchen Auftrieb geben dürfte.

Vor allem die weiblichen Ausstellerinnen wussten die Vorzüge ihrer Arbeiten gut einzubetten in ein Gesamtensemble, das sich besonders im alten Rathaus und in Spiegels Restaurant in der Graf-Gerhard-Straße zum Gesamtkunstwerk von alter Bausubstanz, Blumen, edlem Schmuck sowie schöner Aquarellmalerei wirkungsvoll vereinte.

Die Gesamtbeurteilung bleibt dem einzelnen Kunstgeschmack überlassen. Diese vielgestaltige Kunst bot keine Gleichmacherei oder Eintönigkeit, sondern Individualität mit einer ganz besonderen Note.