Heinsberg: Warme Mahlzeit lockt immer mehr Kinder an

Heinsberg : Warme Mahlzeit lockt immer mehr Kinder an

„Wir haben Hunger, wann gibts was zu essen?” Ungeduldig stecken die ersten Kinder ihren Kopf durch die Tür der kleinen Küche im Jugendheim „Die Brücke” an der Westpromenade in Heinsberg.

„Nur noch ein paar Minuten, die Nudeln sind gleich fertigt”, lautet die freundliche Antwort von Elsbeth Krauthausen und Monika Hermanns-Pillat, die sich heute zusammen mit Gemeindereferentin Michaela Klüttermann als ehrenamtliche Helferinnen eingefunden haben, um mehr als 20 Kindern ein warmes, gesundes Mittagessen zu ermöglichen.

Heute werden Nudeln mit Hähnchen-Bolognaise serviert. Dazu gibt es frischen, knackigen Salat und sogar noch einen Nachtisch. „Wenn zu Hause keine warme Mahlzeit auf dich wartet, bisT du herzlich eingeladen an unseren Tisch”, lautet seit Ende der Herbstferien die Einladung, die sich an die Schüler der weiterführenden Schulen in Heinsberg richtet und eine gemeinsame Initiative der katholischen und evangelischen Kirche Heinsberg in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer e.V. (SKFM), Ortsgruppe Heinsberg, ist.

Dahinter stehen stellvertretend Pfarrer Sebastian Walde für die evangelische Kirchengemeinde, Marianne Wolters als Vorsitzende, Kassierer Heinz Aretz und Pastoralreferent Friedel Beiten (SKFM), Michaela Klüttermann für die katholische Kirche sowie Clemens Nilges, Sozialpädagoge und Heimleiter der „Brücke” und inzwischen bereits einige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Geplant war das Pilotprojekt ursprünglich einmal wöchentlich, jeweils dienstags in der Zeit von 13.30 Uhr bis 16 Uhr. Doch aufgrund der großen Nachfrage gibt es seit November auch donnerstags und damit zwei Mal wöchentlich ein warmes, kostenloses Mittagessen in der Brücke.

„Durchschnittlich 20 bis 25 Kinder ab dem 5. Schuljahr nehmen inzwischen dieses Angebot an”, berichtet Gemeindereferentin Michaela Klüttermann von den ersten Erfahrungen, die bereits bewiesen haben, dass der Bedarf vorhanden ist. Gekocht wird das Mittagessen aus frischen, vorbereiteten Zutaten von den Mitarbeiterinnen der Sonnenscheinschule, der Grundschule an der Westpromenade, die als Ganztagsschule für ihre Schülerinnen und Schüler ebenfalls über Mittag Betreuung anbietet.

Neben einem kostenlosen Mittagessen wird den Schülern, die zur Brücke kommen, auch noch die Möglichkeit gegeben, hier Gemeinschaft zu erleben, Unterstützung bei den Hausaufgaben zu erhalten; zu spielen und so die Freizeit sinnvoll zu gestalten. Auch das wird bereits sehr gut angenommen, denn viele blieben nach dem Essen, haben die engagierten Helferinnen festgestellt.

„Die anfängliche Zurückhaltung und auch die vielleicht bei den Kindern vorhandene Scham haben sich schnell gelegt. Inzwischen erzählen die Kinder ihren Mitschülern schon stolz, was es bei uns zu essen gibt”, berichtet Michaela Klüttermann.

Da sich das Projekt ausschließlich durch Spenden finanziert, ist die Gruppe auf die Großzügigkeit der Menschen angewiesen. Für eine finanzielle Starthilfe sorgte der Gewerbe- und Verkehrsverein Heinsberg gemeinsam mit der HeinsbergCard, für die Stefan Emunds und Günther Kleinen den Organisatoren eine Spende überreichten.

Um das Projekt auf Dauer zu finanzieren, ist man auf weitere Unterstützung angewiesen und freut sich deshalb über jede noch so geringe Spende. Die monatlichen Kosten für nunmehr acht Essen betragen pro Kind etwa 20 Euro. Spendendosen für das Projekt finden sich in den katholischen und evangelischen Kirchen in Heinsberg und Umgebung.

Wer das Projekt regelmäßig oder durch eine größere Spende finanziell unterstützen möchte, zum Beispiel durch eine Patenschaft, hat die Möglichkeit unter dem Stichwort „Kindermittagstisch” auf das Konto Nr. 20006914 „SKFM e.V. Ortsgruppe Heinsberg” bei der Kreissparkasse Heinsberg (BLZ 31251220) seine Spende zu überweisen. Über die Spenden werden auch Spendenquittungen ausgestellt. Für eventuelle Rückfragen steht Heinz Aretz unter 02452/4212 gerne zur Verfügung.

Neben finanzieller Unterstützung werden auch noch weitere Helferinnen und Helfer als ehrenamtliche Betreuer gebraucht. „Jede und jeder ist hier herzlich willkommen”, so Gemeindereferentin Michaela Klüttermann. Interessenten können sich bei ihr unter 02452/61065 oder im evangelischen Gemeindebüro unter 02452/24978 melden.