Selfkant: Wählergemeinschaft Pro Selfkant wählt Bürgermeisterkandidat

Selfkant : Wählergemeinschaft Pro Selfkant wählt Bürgermeisterkandidat

Bei ihrer Mitgliederversammlung im Isenbrucher „Schöttehus” wartete die Wählergemeinschaft Pro Selfkant mit einer Überraschung auf. Mit Gottfried Engendahl aus Höngen wurde ein Bürgermeisterkandidat gewählt.

„Eine Wahl ist erst dann eine Wahl im demokratischen Sinne, wenn mindestens zwei Kandidaten aufgestellt sind”, so Dr. Karl-Heinz Kambartel von Pro Selfkant.

Die Wählergemeinschaft erreichte bei der letzten Kommunalwahl 2004 ein Resultat von elf Prozent, stellte mit Kambartel den stellvertretenden Bürgermeister und Mario Grüters ist Ortsvorsteher von Isenbruch. „Wir hätten auf jeden Fall einen Kandidaten aufgestellt, dass wir nun Gottfried Engendahl gewinnen konnten, erfüllt uns mit Stolz”, so der Vorstand von Pro Selfkant.

„Wir wollen Demokratie wagen”, erklärte der 59-jährige Gottfried Engendahl; verheiratet, drei Kinder. Seine Familie führt in dritter Generation ein Radio- und Fernsehgeschäft in Höngen; er selbst arbeitet seit 2001 am Aachener Klinikum in der Medizinischen Technik. Fast 40 Jahre lang war der Höngener politisch in der Selfkant-CDU aktiv, war zuletzt aber enttäuscht und entschloss sich nach reiflicher Überlegung, Pro Selfkant beizutreten. „Da wurden Sachen beschlossen, ohne vorher die Mitglieder mit einzubeziehen, erst nach der Entscheidung wurde darüber gesprochen. Das ist keine Demokratie”, zeigte sich Engendahl enttäuscht über die Parteiarbeit bei den Christdemokraten.

Zum Rathaus-Erweiterungsbau merkte Kambartel an: „Wir hätten schon gerne gehabt, dass die Bürger zuerst über den Kostenrahmen informiert und mit einbezogen worden wären. Erst als die Entscheidung gefallen war, stellte der Bürgermeister das Projekt in den Ortschaften vor. 35.0000 Euro waren vorgesehen, nun kostet diese Maßnahme ein Vielfaches dieses Betrages. Der Bürger muss es letztendlich bezahlen.”

„Wir möchten den Selfkant nicht verwalten, sondern neu gestalten”, so Engendahl. „Der Selfkant möchte eine touristische Gemeinde sein, da muss man seinen Gästen nicht bereits an den Eingangstoren zum Selfkant eine Unkrautwildnis präsentieren”, erkannte der Bürgermeisterkandidat bereits einige Ansätze.

„Es tut sich besonders in Sachen Demokratie zu wenig”, beklagte Engendahl mit Blick zurück auf seine frühere Parteitätigkeit. Erst wenn Wahlen anstünden, gebe es Aussprachen mit den Mitgliedern. In Pro Selfkant sieht er kein starres Parteigefüge, sondern eine Gemeinschaft, die sich für das Wohl der Bürger einsetze. „Wir haben einige ehemalige CDU-Mitglieder in unseren Reihen, dies spricht für unsere Arbeit”, sagte Kambartel. „Wir möchten unser Ergebnis verdoppeln und statt einer derzeitigen Patt-Situation im Rathaus die CDU in Minderheit bringen. Wir haben eine gute Mannschaft, die ortsbezogen arbeitet.”