Kreis Heinsberg: Wachstumsinitiative: „Dabeisein ist alles“

Kreis Heinsberg : Wachstumsinitiative: „Dabeisein ist alles“

Das Wachstum kleinerer und mittelständischer Unternehmen sei für die regionale Wirtschaftsentwicklung etwas „ganz Wichtiges, ganz Bedeutendes“, so Ulrich Schirowski, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG). Bei „AC² — die Wachstumsinitiative“, die der WFG-Chef als ­„Erfolgsgeschichte“ bezeichnete, gelte das Motto: „Dabeisein ist alles.“

Unternehmen, die teilnehmen würden, hätten mit den bis zu drei kostenlosen Beratertagen den Vorteil, im laufenden Betrieb einmal einen externen Fachmann auf die Dinge schauen zu lassen, auf Projekte, für die Pläne vielleicht bereits in der Schublade liegen würden. Seit 2003 haben laut WFG-Statistik insgesamt 106 Unternehmen aus dem Kreis Heinsberg an der Wachstumsinitiative teilgenommen, 49 von ihnen haben einen Wachstumsplan eingereicht, der von Gutachtern beurteilt worden ist.

Zehn Preisträger plus 17 weitere Nominierungen stehen für den Kreis Heinsberg zu Buche. Doch auch wenn es ein Wettbewerb ist (bei dem immerhin bis zu 5000 Euro zu gewinnen sind), meinte Schirowski: „Eine Platzierung ist nur die Krönung.“ Wichtig sei vor allem die Teilnahme: „Jedes Unternehmen hat sehr viel davon“, warb Schirowski dafür, dass möglichst viele Unternehmen aus dem Kreis in der neuen Runde dabei sind.

Mit von der Partie bei AC² und jetzt Gastgeberin zum Pressegespräch der Gründer-Region war Astrid Hasen von der Schwanenhof Hasen GmbH, die Hotel und Restaurant im Erkelenzer Stadtteil Bellinghoven betreibt. 2011 in den Betrieb eingestiegen, hat sie ihn 2014 offiziell von den Eltern übernommen. Im Laufe der Jahre sind Umbauten und Umstrukturierungen erfolgt. Im Erkelenzer Unternehmernetzwerk auf die Wachstumsinitiative aufmerksam geworden, hat sie mitgemacht. Externe Hilfe, der Blick von außen, dies sei „Gold wert“, so ­Hasen. Sie könne jedem Unternehmer nur empfehlen, sich für die Beratungs­tage einmal aus dem Betrieb zurückziehen und mit jemand anderem auf das Bild Unternehmen zu schauen. Ein anderer Blickwinkel öffne eine ganz andere Sicht auf das Unternehmen.

„Qualitatives Wachstum“ ist nach Angaben von Dr. Moritz Gimpel (Gimpel Consulting), der dem AC²-Beraternetzwerk angehört, in diesem Fall das Ziel. Es gehe darum, eine bessere, gleichmäßigere Auslastung des Hotels zu erreichen. Astrid Hasen will zudem das Veranstaltungsgeschäft (Stichwort: Feiern) fördern. Aus einem solchen Umsatzwachstum könnte ein Stellenzuwachs resultieren. Um eine bessere Analyse, eine transparentere Kostenstruktur zu erhalten, wurde auf jeden Fall eine Buchhalterin in Teilzeit eingestellt. Und losgelöst vom Wachstumsthema hat ein syrischer Flüchtling im Schwanenhof seine Ausbildung zum Hotelfachmann begonnen.

Kleine und mittelständische Unternehmen mit einer Belegschaftsstärke von fünf bis 250 Mitarbeitern können nach Angaben von Christina Jansen (Gründer-Region Aachen) an der Wachstumsinitiative teilnehmen. Die Gründung des Unternehmens sollte möglichst schon vor 2014 erfolgt sein. Als „Mehrwerte“ für die Unternehmen nannte sie die Mobilisierung des eigenen Wachstumspotenzials, professionelle kostenlose Beratung, unabhängige Feedbacks zum Wachstumsplan, Vortragsabende zu Wachstumsthemen und Veranstaltungen zum Thema Innovation, die Möglichkeit zum Gewinn von Geld- und Sachpreisen, Kontakte zu Kapitalgebern und Branchenexperten sowie die Steigerung der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. (disch)

Termine: 9. Oktober: Informationsveranstaltung in der Werkbank (Heinsberg); 7. November: Auftaktveranstaltung in der Kreissparkasse (Heinsberg); 3. Dezember: Anmeldestichtag für das Beratungsprogramm; 25. März: Abgabe der Wachstumspläne; 6. Juni: Prämierungsfeier im Aachener Rathaus.

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