Kreis Heinsberg: VSR-Gewässerschutz: „Grundwasser mit Nitraten belastet“

Kreis Heinsberg : VSR-Gewässerschutz: „Grundwasser mit Nitraten belastet“

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltungen am 4. Mai in Heinsberg abgegeben wurden.

In mehr als zwei Drittel der untersuchten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt wurden bei der Untersuchung das Wasser aus 23 privat genutzter Brunnen aus dem Raum Heinsberg, aus Waldfeucht und Gangelt analysiert. Die Gewässerexperten warnen vor einer weiteren Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden. Es komme dadurch zu einer unnötig hohen Nitratauswaschung ins Grundwasser.

Infos am Labormobil: Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz im Gespräch mit einer Brunnennutzerin.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 138 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Kirchhoven. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Porselen mit 131 Milligramm pro Liter (mg/l), in Dremmen mit 114 mg/l, in Unterbruch mit 111 mg/l, in Karken mit 129 mg/l, in Haaren mit 113 mg/l und in Breberen mit 115 mg/l fest.

„Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird“, betont der VSR-Gewässerschutz. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser müsse man bei der Düngung bedenken, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr kommt. Nur wenn man diese in seine Berechnung, mit wie viel Stickstoff die angebauten Pflanzen gedüngt werden müssen, einbeziehe, könne eine unnötige Nitratanreicherung verhindern werden.

„Die gemessenen viel zu hohen Nitratkonzentrationen zeigen einen deutlichen Handlungsbedarf in der Landwirtschaft“, betont der VSR-Gewässerschutz. Das so belastete Grundwasser halte auch nicht die EU-Nitratrichtlinie ein. Eine Düngeverordnung sei nötig, die auch die vom VSR-Gewässerschutz aktuell festgestellten Belastungen in der Region schnellstmöglich verringere.

„Der VSR-Gewässerschutz will mit seinen Messungen dazu beitragen, dass die Notwendigkeit einer Änderung der Düngerausbringung akzeptiert wird“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz. Zudem: „Es muss in den belasteten Regionen zu einem Informationsaustausch zwischen Bürger und Landwirten kommen.“