Kreis Heinsberg: Vortrag: Onlinesucht wird zu einem Problem

Kreis Heinsberg : Vortrag: Onlinesucht wird zu einem Problem

Knapp 50 Beratungslehrer aller weiterführenden Schulen füllten den kleinen Sitzungssaal der Kreisverwaltung in Heinsberg, um sich im Rahmen eines umfassenden Fachreferats der Diplom-Psychologin Annette Teske über das Thema Onlinesucht zu informieren.

„Uns war schon bewusst, dass wir mit diesem Bereich ein sehr aktuelles und derzeit auch in den Medien häufig diskutiertes Thema auswählen, welches sicherlich gerade für die Schulen von hohem Interesse ist.

Dennoch waren wir insbesondere von der Vielzahl der Teilnehmer positiv überrascht und haben uns sehr darüber gefreut, offensichtlich dem Interesse und Anliegen der Schulen im Kreis Heinsberg mit diesem neuen Themenbereich Rechnung getragen zu haben”, erklärte Ilona van Halbeek, Suchtprophylaxefachkraft des Kreisgesundheitsamtes.

Neben den Beratungslehrern nahmen auch Schulsozialarbeiter sowie die Suchtberater des Kreisgesundheitsamtes und Kollegen der Kreispolizeibehörde (Kommissariat Vorbeugung) an der Veranstaltung teil.

Der zweistündige Vortrag der Referentin Annette Teske, welche bereits am Aufbau einer der ersten Beratungsstellen für exzessive Mediennutzung und Medienabhängigkeit in Schwerin mitwirkte, stellte eine Kombination aus Theorie und Praxis dar. Neben einer Darstellung des derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes sowie aktueller Zahlen wurde am Beispiel „World of Warcraft” die Faszination der Medien und die Bedeutung für die „Spieler” herausgearbeitet.

Hinweise zu möglichen Kennzeichen einer Suchtentwicklung sowie Beratungstipps und Interventionsmöglichkeiten stellten zum Abschluss des Referats den praktischen Bezug für die Beratungslehrer zum schulischen Alltag her. „Auch wenn Onlinesucht/Medienabhängigkeit derzeit noch nicht als Krankheitsbild anerkannt ist, so haben wir es dennoch mit einem ernst zu nehmenden Problem einer abhängigkeitsähnlichen Erkrankung zu tun”, stellte Annette Teske heraus. Bislang lägen noch sehr wenige gesicherte Ergebnisse über die Verbreitung des weiter gefassten Begriffs des Störungsbildes „Internetabhängigkeit” in Deutschland vor.

Aktuelle Ergebnisse verschiedener nationaler wie internationaler Studien würden zeigen, dass zirka zwei bis sieben Prozent der regelmäßigen Internetnutzer einen problematischen Umgang bis hin zu internetsüchtigem Verhalten hätten. „Aus der praktischen Arbeit wird deutlich, dass überwiegend männliche Jugendliche und junge Heranwachsende betroffen sind”, so Annette Teske.