Heinsberg: Vorsorgesparen als Reaktion auf Unsicherheit

Heinsberg : Vorsorgesparen als Reaktion auf Unsicherheit

Die Wirtschaft lahmt, die Verbraucher halten sich zurück. Die Banken spüren dies natürlich auch.

Die Raiffeisenbank Heinsberg blickt dennoch auf ein zufriedenstellendes Ergebnis im Geschäftsjahr 2002 zurück. Dies gaben jetzt die Bankdirektoren Hans-Hubert Hermanns und Herbert Himmels bekannt.

„Insbesondere mit unseren Verbundpartnern R+V-Versicherungen und UnionInvestment, konnten wir entgegen dem allgemeinen Trend beachtliche Zuwächse erzielen,” zog Hans-Hubert Hermanns eine positive Bilanz des vergangenen Raiba-Geschäftsjahres.

„Die Sparquote ist gestiegen. Die Menschen legen mehr im Vorsorgesparen an, denn die Unsicherheit im Land ist groß. Spareinlagen und Sparbriefe werden momentan gefragt.”

Die Bilanzsumme betrug am 31.12.02 knapp 328,6 Millionen Euro. Sie war damit rund 14 Millionen niedriger als im Vorjahr. Grund ist die Diskussion über Besteuerung von Vermögen innerhalb der EU und das Vermittlungsgeschäft, durch welches Gelder aus der Bilanz herausflossen.

Das Kreditgeschäft ist weiterhin eine wichtige Säule. Hier wird aber immer mehr Fingerspitzengefühl notwendig - sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich. Hermanns: „Der Kreis Heinsberg hält einen traurigen Rekord, was die Zunahme an Unternehmensinsolvenzen betrifft.

Und auch immer mehr Privatleute stellen Insolvenzanträge aufgrund von Überschuldung.” Die meisten Kredite wurden für den gewerblichen Bereich und den Wohnungsbau vergeben (188 Millionen Euro). Die Summe aller Ausleihungen, einschließlich vermittelter Darlehen beträgt 238 Millionen Euro.

Die Einlagen der Kunden lagen bei 236 Millionen Euro. Zusammen mit dem Vermittlungsgeschäft betrug das Gesamtkundenvolumen rund 361 Millionen Euro, das Eigenkapital 13,5 Millionen Euro.

Bankgeschäfte auch per SMS

Aber auch die Raiffeisenbank muss sparen. Dies soll jedoch nicht zu Lasten der Kunden gehen. So wurden im letzten Jahr die Technik und Software modernisiert und neue Angebote sind für die Kunden verfügbar. SB-Banking und Homebanking per Computer sind bereits Standard.

Vorreiter im Kreis ist die Raiffeisenbank mit dem Angebot, über SMS den Kontostand zu erfragen und Bankgeschäfte zu erledigen. Hermanns: „Bundesweit ist nur die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken derzeit technisch in der Lage, diesen Service zu offerieren.”

Erfreulich ist die Tatsache, dass die Raiffeisenbank trotz gestiegener Personalkosten seit zehn Jahren konstant die Zahl der Auszubildenden beibehält.

Bankdirektor Herbert Himmels: „Wir haben 119 Mitarbeiter, davon neun Auszubildende. Und auch im August kommen wieder vier junge Leute dazu. Aber es wird immer schwieriger geeignete Auszubildende zu finden. Der Beruf des Bankkaufmanns hat sich in den letzten zehn Jahren erheblich verändert. Dies müssen wir den jungen Leuten deutlich machen. Wir gehen deshalb in die Schulen und stellen den Beruf vor.”