Jülich/Düren: Vor Sportplatz-Überfall Schlägerei auf der B56

Jülich/Düren : Vor Sportplatz-Überfall Schlägerei auf der B56

Die Ermittlungen nach dem Überfall auf das Bezirksliga-Fußballspiel zwischen GW Welldorf-Güsten und Sportfreunde Düren laufen weiter „unter Hochdruck“. Das sagte Oberstaatsanwältin Jutta Breuer auf Nachfrage unserer Zeitung.

Es ist zwar bislang bei den zwei Festnahmen geblieben — ein 42-Jähriger und dessen 21-jähriger Sohn —, aber „natürlich haben wir die ein oder andere Person im Blick, die dabei gewesen sein kann“. Konkreter werden wollte die Staatsanwältin mit Blick auf die Ermittlungen nicht.

Die Polizei verfügt über mehrere Videoaufnahmen. Eine stammt vom Verein, der mit der Kamera eigentlich die Spiele der eigenen Teams zu Analysezwecken filmt. „Ein zweites Video zeigt den Rückzug der Tatverdächtigen“, sagte Jutta Breuer. Sind die Handelnden erst einmal identifiziert, „müssen deren Handlungen und Beteiligungen zugeordnet werden“. Das ist bei tumultartigen Szenen nicht gerade einfach.

Das sei eine „Sisyphos-Arbeit“. Zwischen 20 und 25 der rund 30-köpfigen Attackierergruppe könnten wohl als Tatbeteiligte betrachtet werden. „Nicht alle Angreifer waren bewaffnet. Wir gehen von sechs Schlagwerkzeugen unterschiedlicher Art aus“, sagte die Oberstaatsanwältin. Augenzeugen hatten von Schusswaffen gesprochen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hat es eine Schreckschusswaffe auf Opferseite gegeben, die wohl der Abschreckung dienen sollte.

Die Zeugenaussagen haben bislang mit Blick auf die Motive der brutalen Tat, bei der neun Menschen verletzt wurden, die Darstellung unserer Zeitung bestätigt. „Es ging dem Angriff keine lange Fehde von Familien voraus, es war wohl ein Rachefeldzug“, erklärte Oberstaatsanwältin Jutta Breuer. Zwei Tage zuvor hatte es „eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr gegeben, die mit einer Körperverletzung endete“. Wie berichtet, sollen zwei Dürener an einer Engstelle der Bundesstraße 56 zwei Jülicher bezichtigt haben, sie „geschnitten“ zu haben.

Die Auseinandersetzung wurde handgreiflich und endete blutig. Die „Unterlegenen“ sind mit Verstärkung sonntags nach Welldorf-Güsten gereist. Bei den Angreifern handele es sich zumeist um deutsche und türkische Staatsbürger mit kurdischem Migrationshintergrund, bei den Opfern um Deutsche libanesischer Herkunft.

In dem Zusammenhang legen der Verein Kurdisches Kulturhaus Düren und der SV Kurdistan Düren gegenüber der Redaktion Wert auf die Feststellung, dass die mutmaßlichen Täter nicht aus ihren Reihen stammten.