Süsterseel: Vor kurzen Hosen gewarnt: Süsterseeler Seff Lippertz auf den Spuren der Papuas

Süsterseel : Vor kurzen Hosen gewarnt: Süsterseeler Seff Lippertz auf den Spuren der Papuas

Bei der Fahrt ins Hotel auf Sorong war vieles noch so wie Seff Lippertz es in Erinnerung hatte, auf einigen Straßen kannte er sogar noch die Schlaglöcher wie Anfang der 60er Jahre.

Und die Erinnerungen schossen durch den Kopf an damals, als Seff Lippertz in Neu-Guinea an Malaria erkrankte. „Tagsüber war eine große Hitze und auch abends war es sehr schwül.

Die Papuas warnten uns, in der Dunkelheit kurze Hosen oder Hemden zu tragen. In der Dunkelheit kamen fast vorwiegend die Malariamücken aus ihren Verstecken, ein Stich konnte verheerende Folgen haben.

Da wir unsere Vorgesetzten abends von Versammlungen oder Einladungen abholen mussten und diese kurze Hosen trugen, konnten die uns aber nicht verbieten, ebenfalls kurze Hosen zu tragen. Wir bekamen damals täglich drei Tabletten.

Eine war angeblich gegen Büchsenvergiftung, da wir fast alles aus Büchsen aßen, eine war gegen Malaria und eine war eine Allroundtablette. Dennoch wurde ich durch einen Stich einer Mücke infiziert. Zum Glück wurde die Krankheit schnell erkannt und geheilt”, blickt Lippertz zurück.

Es war natürlich eine Reise mit vielen Erlebnissen. Eines der unvergesslichen Art war ein heimisches Essen bei den Papuas. „Für 14 Euro konnten wir drei Personen eine Stunde lang essen. Es gab kein Besteck, alles ging regelrecht durch die Hände”, schmunzelt Lippertz.

Er machte auch die überraschendedie Erfahrung, dass man mit dem Euro besser zurecht kam als mit US-Dollars. „Meistens ist es so, dass alles über den Dollar geht. Hier nicht, mit dem Euro ging es leichter”.

„Als wir auf einem Inlandflug Fotos auspackten, um Erinnerungen aufzufrischen, wurden einige der Mitreisenden neugierig. Viele Bewohner von Neu-Guinea sprechen oder verstehen immer noch ein wenig niederländisch aus der einstigen Kolonialzeit.

Rein zufällig war der Gouverneur der Papuas-Minderheit in Neu-Guinea mit an Bord, wir kamen schnell ins Gespräch. Er erkannte selbst viele Bilder aus den 60er Jahren und es gab viel zu erzählen; bereits hier hatte sich unser Reise gelohnt.”

Neu-Guinea sei viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und habe damals rund 700 000 Einwohner gezählt. Heute seien es 1,5 Millionen, so Lippertz. „Armut wie wir sie 1961/62 erlebt haben, gibt es fast nicht mehr. Damals haben wir nicht nur in den ländlichen Bereichen Kinder gesehen die gehungert haben...

An allen Ecken und Enden wird jetzt Reis angebaut, ich habe auch unzählige Kokospalmen gesehen. Mittlerweile sind die Menschen dort auch in den Urwaldgebieten glücklich, obwohl auch hier eine gewisse Armut noch zu spüren ist. Aber die Menschen sind glücklich, sie haben alles, was sie zum Leben brauchen.”

Viele Orte und Inseln wurden besucht. Für Lippertz war es eine besondere Reise, da er vieles noch wiedererkannte. Hin und wieder gab es Gespräche, einige der Papuas schienen sich an die 60er Jahre zu Erinneren. Ein Papua zeigte sich hilfsbereit und spielte sogar für einige Tage Reiseleiter für Seff Lippertz.

Überall wurden die „Forscher” freundlich aufgenommen, Verständigungsprobleme gab es keine.Viele neue Erinnerungsstücke wurden mitgebracht, die damalige Zeit und die jetzige Reise werden Seff Lippertz stets im Gedächtnis bleiben.