Rath-Anhoven: Vor 21 Jahren übergangsweise Dienst angetreten

Rath-Anhoven : Vor 21 Jahren übergangsweise Dienst angetreten

Wenn ein Besucher die katholische Pfarrkirche St. Rochus in Rath-Anhoven durch das Hauptportal betritt, spürt sofort die ordnende Hand einer Frau, die zugleich die Begabung hat, mit wenigen Blumen die Altäre geschmackvoll zu dekorieren.

Es ist die Küsterin Maria Jennißen, die am 10. Dezember das 80. Lebensjahr vollendete und am 31. Dezember in den wohlverdienten Ruhestand tritt.

Einmal muss Schluss sein, meinte sie im Gespräch der Volkszeitung gegenüber, und gab zugleich zu, dass sie sich doch nicht so ganz von dieser lieb gewonnen Arbeit trennen kann.

Blumen aus ihrem großen Garten werden auch künftig das Gotteshaus schmücken, in dem sie seit 1981 als Küsterin wirkt.

Dabei sei sie damals von Pfarrer Mirco Enderli und andere Pfarrangehörige gebeten worden, diese Arbeit vorübergehend zu übernehmen, bis die Pfarre einen neuen Küster gefunden habe, der dann den Kirchendienst übernehmen soll.

„Ich glaube, die haben nach meinem vorübergehenden Dienstantritt nicht mehr nach einem Küster gesucht”, meinte Maria Jennißen schmunzelnd und gestand, dass ihr diese Entscheidung ganz gut gefallen habe.

Goldene Hochzeit vor fünf Jahren

„Der Dienst im Gotteshaus ist mein Dankeschön an den Herrgott, der mir und meinem Mann die Gnade gab, vor fünf Jahren das Fest der goldenen Hochzeit feiern zu dürfen”, begründete sie die Arbeit, die fest mit ihrem Glauben verbunden ist.

Sie sei immer die erste in der Kirche, um nach dem Rechten zu sehen und alle Vorbereitungen für die Festlichkeiten jeder Art zu treffen, sowie pünktlich das Geläute einzuschalten. Und als letzte macht sie das Licht aus.

Neben dem kirchlichen Dienst nimmt sie regelmäßig an den monatlichen Treffen der Küsterinnen in der Regionalstelle in Heinsberg teil. Neben dem Gedankenaustausch gehört Geselligkeit sowie Kaffee und Kuchen.

Besonders lustig geht es zu, wenn Maria Jennißen zur Karnevalszeit in die „närrische Bütt” steigt und neben der ernsten Arbeit für ausgelassene Heiterkeit sorgt.

Ihre stets fröhliche Ausstrahlung ist es auch, die sie so beliebt im Ort macht. „Eigentlich gehört sie zum Inventar der Kirche. Deshalb werden wir ihren freundlichen Kirchendienst sehr vermissen”, gab ein Pfarrangehöriger mit Bedauern offen zu.

Das Dankeschön der Pfarrgemeinde St. Rochus wird ihr beim Neujahrsempfang am Sonntag, 5. Januar, um 11.15 Uhr im Jugendheim übermittelt, wenn sie offiziell in den Ruhestand verabschiedet wird.