Kreis Heinsberg: Von Multi-Bus bis zu Schildern in Naturschutzgebieten

Kreis Heinsberg : Von Multi-Bus bis zu Schildern in Naturschutzgebieten

Das Themenspektrum, das der Ausschuss für Umwelt und Verkehr bei einer Sitzung im Heinsberger Kreishaus unter Vorsitz von Franz-Michael Jansen (CDU) zu bearbeiten hatte, war wieder einmal breit gefächert.

Es reichte vom Multi-Bus-Einsatz über das Energie- und Klimaschutzkonzept bis zu der Beschilderung der Naturschutzgebiete.

Udo Winkens, Geschäftsführer der West Verkehr GmbH, konnte von einer weiter steigenden Fahrgastnachfrage für den Multi-Bus berichten. So wurden im vergangenen Jahr 133.134 Fahrgäste gezählt. Dies waren gut 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Die Betriebsleistung dieses Anrufbussystems stieg von 840 713 auf 857 488 gefahrene Kilometer an. Bei der Wirtschaftlichkeitsbilanz stellt die West Verkehr GmbH — unter Berücksichtigung der jeweiligen Einnahmesituation — die Kosten für den ­Multi-Bus-Verkehr in Relation zu der Ersparnis durch die bei seiner Einführung und Erweiterung im Gegenzug möglich gewordene Einstellung von Fahrten im Linienverkehr.

Die Gesamtbilanz weist da zwar ein Minus von 190.289 Euro aus, doch der öffentliche Personennahverkehr habe durch die Einführung des Multi-Busses eine ganz andere Qualität erlangt, gab Winkens zu bedenken. Dies sahen auch die Kommunalpolitiker so, die sich wieder einmal über die „Erfolgsstory“, so der Ausschussvorsitzende Jansen, freuten. Ab Sommer, so die Hoffnung von West-Geschäftsführer Winkens, sollen auch internetbasierte Buchungen möglich sein, räumte er aufgrund technischer und personeller Umstände eine Verzögerung ein. Die Überlegung, die Bedienzeiten mit dem Multi-Bus in den Abendstunden noch auszuweiten, und zwar so lange, wie der Bahnverkehr rollt, stieß im Ausschuss trotz der Ankündigung von Mehrkosten in Höhe von 150.000 Euro auf ein positives Echo.

528 Bürger hatten sich beteiligt, in dem sie bei einer Online-­Umfrage Vorschläge eingereicht hatten: Das Energie- und Klimaschutzkonzept für den Kreis Heinsberg ist fertig. Es soll als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für Klimaschutzanstrengungen dienen und Kohlendioxid-Minderungspotenziale aufzeigen.

Zwar ist der Anteil von Gebäuden und Fahrzeugflotte des Kreises an den Gesamtemissionen im Kreisgebiet verschwindend gering, gleichwohl wurde im Ausschuss die Vorbildfunktion des Kreises betont — und seine Rolle als Moderator. Beim Blick auf die Treibhausgas-Vermeidungspotenziale durch den Ausbau erneuerbarer Energien rückte die mit der Erstellung des Konzepts beauftragte Ingenieurgesellschaft vor allem die Dachflächen-Photovoltaik in den Fokus.

Im Konzept zu finden ist ein umfangreiches Maßnahmenprogramm, das von Ökostrom für Kreisliegenschaften über Energieberatung für Privathaushalte bis zu Mobilitätstestwochen für Betriebe reicht. An erster Stelle steht aber der „Klimaschutzmanager“. So soll die Kreisverwaltung nun beim zuständigen Bundesministerium klären, ob für die Einstellung eines solchen Managers eine Förderung in Aussicht gestellt wird.

Die Beschilderung in Naturschutzgebieten war Thema sowohl eines Anfrage der Grünen als auch eines Antrags der SPD. Die Sozialdemokraten hatten gefordert, im Bereich des Landschaftsplans II/4 Wassenberger Riedelland so zeitnah wie möglich Anwohner und Touristen durch Beschilderung auf die zu schützende Landschaft aufmerksam zu machen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Derzeit sind nach Angaben der Verwaltung 14 Naturschutzgebiete komplett beschildert; 17 seien noch zu beschildern. Zur Beschilderung stünden insbesondere alle über die neuen Landschaftspläne Wassenberger Riedelland (II/4) und Baaler Riedelland (III/8) neu ausgewiesenen Naturschutzgebiete an. Die neu gestalteten Schilder sollen künftig vor allem dort stehen, wo sich Menschen aufhalten würden, nicht nur an den Grenzen der Gebiete. Bis Frühjahr 2019 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

(disch)