Kreis Heinsberg: Von 13 Unfalltoten im Kreis Heinsberg sind sechs Senioren

Kreis Heinsberg : Von 13 Unfalltoten im Kreis Heinsberg sind sechs Senioren

Die Polizei im Kreis Heinsberg blickt mit Sorge auf die Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen im Kreis. Zwar ist die Zahl der Unfälle insgesamt leicht rückläufig, es wurden aber mehr Menschen bei Unfällen auf den Straßen im Kreis verletzt. Besonders signifikant war der Anstieg bei Fußgängern, Motorradfahrern, Kindern und Jugendlichen.

Die Zahl der tödlich Verunglückten blieb im Jahr 2017 auf einem unverändert hohen Niveau. Wie schon im Jahr 2016 starben auch im vergangenen Jahr 13 Menschen bei Unfällen im Kreis Heinsberg. Im Jahr 2014 lag die Zahl der tödlich Verunglückten noch bei sechs.

Die Hauptunfallursachen im Kreis Heinsberg im Vergleich. Die gelben Balken stellen die Zahlen von 2017 dar, die blauen die von 2016. Grafik: ZVA/Thomas, Quelle: Polizei NRW, Foto: Ralf Roeger.

Insgesamt gab es im Jahr 2017 im Kreis 7087 Unfälle, das sind 132 weniger als im Vorjahr. Allerdings gab es 845 Unfälle, bei denen jemand verletzt oder getötet wurde, das sind 20 mehr als im Jahr 2016. Unfallursache Nummer eins bleibt laut Polizeistatistik zu hohes Tempo. Ein immer größer werdendes Problem sei aber, dass Autofahrer ihr Smartphone am Steuer nutzen.

Das ist für die Polizei aber oft nur schwer nachzuweisen. In zwölf Verdachtsfällen habe sie solche Geräte sichergestellt und der Staatsanwaltschaft übergeben, sagte Heinrich Kaumanns, Leiter der Direktion Verkehr. In diesen Fällen komme zum Beispiel in Betracht, dass die Autofahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt werden. Die Polizei will beim Smartphone in Zukunft noch genauer hinschauen.

Die Stadt mit den meisten Verkehrsunfällen mit Verletzten oder Toten ist Heinsberg, gefolgt von Erkelenz, Hückelhoven und Geilenkirchen. Wobei sich 70 Prozent der Unfälle mit Verletzten oder Toten innerorts ereigneten.

Etwas zurückgegangen ist die Zahl der Unfälle mit Fahrerflucht (um 74 auf 1606). Das bedeutet aber auch, dass noch immer beinahe jeder vierte Unfallfahrer abhaut, ohne sich um Schaden oder Opfer zu kümmern. Kommt bei einem solchen Unfall ein Mensch zu Schaden, liegt die Aufklärungsquote allerdings bei 70 Prozent. „Das ist deutlich höher als der Landesschnitt“, sagte Kaumanns.

Bei den Unfällen auf den Straßen im Kreis wurden im vergangenen Jahr 1154 Menschen verletzt oder getötet, das sind 63 mehr als im Jahr 2016. Darunter waren 100 Fußgänger (plus 29,9 Prozent). „Bei den verunglückten Fußgängern hat sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre nicht bestätigt“, sagte Kaumanns.

Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der verunglückten motorisierten Zweiradfahrer — um 26,7 Prozent auf 133 Verunglückte. „Der Trend geht dahin, wieder mehr Motorrad zu fahren. Das drückt sich auch in unseren Zahlen aus“, sagte er.

Diese Entwicklung schlägt sich besonders bei den verunglückten Jugendlichen nieder. Von 70 verletzten Jugendlichen waren 29 mit einem motorisierten Zweirad unterwegs gewesen. „Das spricht für eine zunehmende Mobilität in diesem Bereich“, sagte Kaumanns. Insgesamt ist die Zahl der bei Unfällen verletzten Jugendlichen um satte 42,9 Prozent angestiegen. Bei den Kindern stieg die Zahl der Verletzten um 14,1 Prozent auf 113.

Zwar ist die Zahl der verunglückten Senioren weniger stark angestiegen — von 160 auf 165 (plus 3,1 Prozent) —, trotzdem bereitet die Statistik der Polizei große Sorgen, weil sechs Senioren bei Verkehrsunfällen starben. Das macht beinahe die Hälfte aller Unfalltoten im Kreis Heinsberg aus.

Um die Straßen im Kreis sicherer zu machen, setzt die Polizei auf Kontrollen und Vorbeugung. „Wir reduzieren uns dabei nicht auf die Kontrollen. Wir sind auch präventiv breit aufgestellt“, sagte Kaumanns. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Senioren seien ohnehin die Zielgruppen für viele polizeiliche Präventionsprogramme, sagte Andreas Bollenbach, Leiter der Abteilung Polizei.

Die Beamten gehen zum Beispiel in Kindergärten und Schulen, rütteln mit dem Programm „Crash Kurs“ auf und bieten ein Training speziell für Senioren an.