Kreis Heinsberg: Vom Weg zum Mars bis zum Kraftwerk vor Ort

Kreis Heinsberg : Vom Weg zum Mars bis zum Kraftwerk vor Ort

Mehr als 50 interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer haben sich zu früher Stunde zum jüngsten Early-Birds-Technologiefrühstück von Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und dem Innovationstransfer der Fachhochschule (FH) Aachen bei der gastgebenden WEP Wärme-, Energie- und Prozesstechnik GmbH in Hückelhoven getroffen.

Zum großen Interesse an der Veranstaltung dürfte sicher nicht zuletzt das Thema des Tages von Professor Markus Czupalla aus dem Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen beigetragen haben. Sein kurzweiliger Impulsvortrag mit dem Titel „Unbekannte neue Welten — Unser Weg zum Mars“, machte deutlich, welche komplexen Vorbereitungen erforderlich sind, um eines Tages die bemannte Raumfahrt zum Mars zu wagen.

Die bereits erfolgten Roboter-Expeditionen hätten viele wertvolle Erkenntnisse geliefert, hieß es. Nun gelte es, die Anforderungen an eine bemannte Mission zu definieren und auch langfristig zu erfüllen. Da gehe es beispielsweise um die Optimierung des Lebenserhaltungssystems, also der Versorgung der Astronauten mit Luft, Wasser und Nahrung. So werde die Wiederverwertung wichtiger Ressourcen angestrebt, wodurch Gewicht und Lagerkapazitäten eingespart werden könnten. Die Nasa entwickele mit dem Space Launch System zurzeit ein völlig neues Raketenmodell.

Die volle Aufmerksamkeit der Besucher war danach auch Fabian Brücher sicher. Als einer von zwei Geschäftsführern des gastgebenden Unternehmens und somit Co-Veranstalter von WFG und FH stellte er der interessierten Runde die WEP vor. Das Unternehmen war 1983 als Tochtergesellschaft des ehemaligen Steinkohlebergwerks Sophia-Jacoba gegründet worden. Im Fokus stand damals die Förderung des Verkaufs der Anthrazitkohle mit neuen Techniken und innovativen Ideen. Mit der Zeit übernahm das Unternehmen zusätzlich die komplette Fernwärmeversorgung im Stadtgebiet von Hückelhoven.

Das frühere SJ-Kraftwerk, das mit dem Energieträger Steinkohle als Brennstoff betrieben worden war, ist 2004 auf den Einsatz von Altholz umgestellt worden. Die Neuausrichtung hin zu einer regenerativen Energieerzeugung wurde 2007 mit dem Bau eines zweiten Biomasse-Kraftwerks am Standort Hückelhoven mit Frischholz als Brennstoff untermauert. Nach dem Aufbau eines Stromvertriebs 2009 wird nun seit 2015 mit dem Produkt Erdgas erstmalig auch ein Energieträger verkauft, der nicht selbst von der WEP erzeugt wird.

Nach dem traditionellen Frühstücksbuffet auf Einladung von WFG und FH Aachen in lockerer Netzwerkatmosphäre folgten die meisten Anwesenden noch dem Angebot, in kleineren Gruppen die Kraftwerksblöcke von WEP zu besichtigen.