Heinsberg/Geilenkirchen: Vom Vorwurf der Vergewaltigung entlastet

Heinsberg/Geilenkirchen : Vom Vorwurf der Vergewaltigung entlastet

Freigesprochen wurde vom Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz ein 49-Jähriger aus Heinsberg, dem vorgeworfen worden war, seine Ehefrau vergewaltigt zu haben.

„Der Tatbestand der Vergewaltigung ist nicht erfüllt”, begründete der Richter das Urteil. So sahen es sowohl Staatsanwalt Körtgen als auch die Strafverteidigerin Heike Ibenthal, die jeweils Freispruch beantragten.

Vorher war der Angeklagte auf die am 16. Dezember 1983 geschlossene Ehe mit seiner 41-jährigen Frau eingegangen: „Wir hatten öfter Streit, wenn wir Alkohol getrunken hatten. Diese Probleme haben zunächst bei mir begonnen, später hat auch meine Frau zum Alkohol gegriffen.”

Nach mehreren Entgiftungen in Gangelt habe er sich entschlossen, eine Langzeittherapie in Daun anzutreten.

Dem Gesundheitsamt sei es kurzfristig gelungen, auch seine Frau in Therapie in Daun in ein anderes Haus zu schicken. Seine Frau habe in dieser Therapie einen neuen Partner kennen gelernt und sei Hals über Kopf zu diesem in den Westerwald umgezogen.

Sie erzähle die Geschichte mit der versuchten Vergewaltigung nur, um die 16-jährige Tochter, die wie der 19-jährige Sohn bei ihm lebten, zu bekommen.

Ganz anders die Darstellung der 41-jährigen Ehefrau: „Mit der Hygiene nahm es mein Mann nicht so genau, deshalb habe ich mich am Ende vor ihm geekelt.”

Weshalb sie den Vorfall aus dem Jahre 1999 erst drei Jahre später zur Anzeige gebracht habe, wollte Richter Pütz wissen.

„Es ist richtig, dass ich die Anzeige erst am 13. September 1999 erstattet habe, weil ich weder an meinen Mann noch an meine Kinder telefonisch herankam. Der Hörer wurde immer sofort aufgelegt, wenn ich angerufen habe.”

Wenn er jetzt bei Gericht sage, dass er zwei Rippen beim Fußball angebrochen habe, sei das gelogen. Sie selbst habe ihm die Verletzung beigebracht, als er sich „wieder einmal nehmen wollte, was er brauchte”.

Sämtliche geladenen Zeugen machten anschließend von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.