Hückelhoven-Doveren: Volles Haus in Doveren: Anne Nellissen wird 100 Jahre alt

Hückelhoven-Doveren : Volles Haus in Doveren: Anne Nellissen wird 100 Jahre alt

„Der Doktor will mir heute ein paar Beruhigungstropfen geben”, sagt Anna Nellissen. Und lächelt dabei vielsagend. Der Doktor weiß genau warum: Seine älteste Patientin feiert am 27. Dezember ihren einhundertsten Geburtstag.

Und das wird im ganz großen Stil gefeiert. Am Eingang ihrer Wohnung an der Barbarastraße in Doveren wird die Altersjubilarin Platz nehmen und viele Doverener Bürger beim Gang durch ihre Wohnung ins Festzelt begrüßen. Das wird kurz vor Weihnachten aufgebaut. Und am Geburtstag spielt selbstverständlich eine Musikkapelle auf.

Das hat Dr. Krämer für seine älteste Patientin arrangiert. Was sie besonders freut: Ihr Enkel Rainer Wagner, der Präsident der Ratheimer Karnevalsgesellschaft All onger eene Hoot, spielt auf dem Dudelsack. Bis elf Uhr am Mittag wird die Musik aufspielen, und am Nachmittag steht eine große Feier im Familienkreis auf dem Programm. Anne Nellissen ist schließlich nicht nur in der Familie, im ganzen Ort ist die Ururoma beliebt.

Seit Wochen hört sie in Doveren immer den Satz „Anne, wir kommen!” Jüngster Gast wird ihr vierter Ururenkel sein, der vor zwei Wochen das Licht der Welt erblickte. Ansonsten werden die beiden Töchter Lisabeth und Käthe, 19 Enkel und 32 Urenkel erwartet. Ein Sohn verstarb vor 19 Jahren, ihr Mann vor 29 Jahren. Wenn sie an ihren Mann zurückdenkt, gerät Anne Nellissen ins Schwärmen: „Er war das Schönste in meinem Leben”, sagt sie.

Und aus dem kann sie so manches erzählen. Geboren wurde sie in der Nähe von Leverkusen in Westfalen. Mit zwölf Jahren verschlug es sie ins Stadtgebiet Hückelhoven. Hier wohnte sie zunächst in Schaufenberg. Am 16. September kommenden Jahres lebt sie seit 50 Jahren in Doveren. Hier fühlt sie sich wohl. Zusammen mit ihrem Mann war sie Mitglied in mehreren Vereinen Wenn irgendwo etwas los war - die Nellissens waren immer dabei. Die Altersjubilarin hat beide Weltkriege durchlebt.

Auch an ihre Kommunion erinnert sie sich detailgenau: „Von meinem Vater habe ich damals eine Tafel Schokolade bekommen. Das war etwas ganz Besonders. Ich bin meinem Vater um den Hals gesprungen”, begeistert sie sich noch heute. Volksmusik hört sie bis auf den heutigen Tag gerne. Ansonsten sitzt sie in ihrem Sessel. Und am Abend wird dann der Fernseher angestellt. Betreuerin Helena ist rund um die Uhr an ihrer Seite - Anne und Helena - das sind zwei, die sich verstehen. „Der Kopf ist einmalig in Ordnung, alles andere ist kaputt”, resümiert die Jubilarin, mit dem ihr eigenen Charme dabei verschmitzt lächelnd. Sogar das Hören bereitet ihr keine Probleme.

Hat sie ein Geheimrezept fürs Älterwerden? Nein, da drängt sich ihr nichts Bestimmtes unbedingt auf. Allerdings: „Das tägliche Schnäpschen und zwei Stündchen Mittagsschlaf können doch nicht schaden” Jetzt kann er also kommen, der große Tag. Schließlich war der Doktor mit den Beruhigungstropfen schon da. Auf seine älteste Patientin ist der übrigens mächtig stolz.