Hückelhoven-Ratheim: Volle, tiefe Bässe und klare Tenorstimmen

Hückelhoven-Ratheim : Volle, tiefe Bässe und klare Tenorstimmen

Eine halbe Stunde warteten die Besucher des Konzerts der Rostov Don Kosaken in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer geduldig auf die Sänger.

Sie hatten die Kirche im falschen Ort gesucht - „Hückelhoven” stand auf Plakat und Handzettel. Der Chor wurde dennoch freundlich begrüßt und im Laufe des Konzerts mit viel Beifall und immer wieder „stehenden Ovationen” bedacht.

Im ersten Teil gestalteten die acht Sänger mit Dirigent Vladimir Gorovoi liturgische Gesänge aus der russisch-orthodoxen Kirche und geistliche Kompositionen. In reizvollem Wechsel zwischen textreichen Parlandi und anrührend-schlichten Melodien, zwischen gefühlvollen Soli und kraftvollen Tutti entfaltete sich die ganze Bandbreite ihrer reichen musikalischen Tradition.

Auch wenn man außer dem „Alleluia” und dem „Gospodi pomiliu” kein Wort versteht, teilt sich die inbrünstige Frömmigkeit dieser Lieder unmittelbar mit in den überwältigend vollen, tiefen Bässen und den schwebend klaren Tenorstimmen. Als besondere Überraschung für das deutsche Publikum sangen sie - solistisch mit Chor- und Akkordeonbegleitung - Franz Schuberts „Ave Maria”.

Das Akkordeon blieb auch im zweiten Teil treuer Begleiter des Chors. Nun wurde Soldatenleben beschworen, man hörte die Pferde trappeln und die Abendglocken klingen, man lauschte der Erzählung von Stenka Rasin ohne die Worte zu verstehen.

Begeistert gingen die Zuhörer mit und freuten sich zum Schluss über die Zugabe des sehnlichst erwarteten „Kalinka”, das schon in den ersten Takten zum Mitklatschen anregt. Mit temperamentvollem Gesang verließen die Rostov Don Kosaken den Raum durch den Mittelgang - ein wirkungsvoller Schluss für ein gelungenes Konzert nach einem aufreibendem „Vorspiel”.