Hückelhoven: Volksmelodien sogar auf dem Gerstenhalm

Hückelhoven : Volksmelodien sogar auf dem Gerstenhalm

Ein Trommelwirbel zerbrach die kurze Stille. Flöten und Streicher kamen dazu, dann die Perkussionsinstrumente, bis schließlich das Hauptthema der Ouvertüre zu Gioacchino Rossinis Oper „Die diebische Elster” einsetzte.

Mit einem Schlag schien der ganze Saal gefangen in einem Rausch aus Klängen. Junge Musikstudenten zwischen 18 und 24 Jahren der Jungen Philharmonie Weißrussland saßen beim Neujahrskonzert an den Instrumenten.

Mit jugendlicher Neugier hatten die Minsker Musiker vor dem Auftakt hinter dem Vorhang in die ausverkaufte Aula gelauert. Unter der ruhigen, kontrollierten Hand ihres Dirigenten Prof. Michail Kosinez intonierten sie professionell recht beschwingte Stücke aus der Klassik. „Musiker müssen Kosmopoliten sein”, sagte Georg Mais und dankte der Jungen Philharmonie auf Russisch für den ersten Teil des Neujahrskonzerts.

Der Dirigent hat über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) seit 15 Jahren Kontakt zum Minsker Orchester. Vor zehn Jahren hat er den Austausch nach Deutschland angeregt. Das Engagement der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg, die zusammen mit der Stadt Hückelhoven das Konzert veranstaltete, habe die jährlichen Konzertreisen und auch dieses fünfte Neujahrskonzert letztlich erst möglich gemacht, sagte Georg Mais ausdrücklich.

Das Orchester spielte alte Volksmelodien aus Weißrussland. Solist Alexander Kremko, Professor an der Minsker Musikhochschule, spielte in Volkstracht auf vier verschiedenen Flöten. Darunter auch auf der rundlichen Keramikflöte Okarina, einer Hornflöte und einem Gerstenhalm. Das Publikum war interessiert und begeistert.

Im zweiten Teil blieb das Orchester der Tradition der Wiener Neujahrskonzerte treu und spielte vor allem Walzer und Polkas von Johann Strauß auf. Ebenso traditionsgemäß marschierte das Orchester mit dem „Radetzky”-Marsch op. 228 von Johann Strauß Vater ab. Im Rhythmus der bekannten Melodie klatschte das Publikum das Hauptthema mit.

Das Orchester provozierte ein Meer aus klatschenden Händen. Drei stehende Ovationen auch nach den Zugaben, der „Tritsch Tratsch” und „Klip Klap Polka” von Johann Strauß, sprachen für sich. Aus dem Gesamtgefüge der Tritsch Tratsch Polka rissen Bläser und Perkussion aus bis sich die Musiker auf dem Höhepunkt auch erhoben. Und Michail Kosinez dirigierte die Stimmen seines Orchesters: „Ein frohes neues Jahr!”