Volksbank Wegberg in roten Zahlen

Volksbank Wegberg in roten Zahlen

Wegberg (an-o) - Die Volksbank Wegberg schloss das Geschäftsjahr 2002 erwartungsgemäß mit einem negativen Betriebsergebnis ab. An den roten Zahlen wird sich auch im laufenden Jahr nichts ändern. Schwarze Zahlen sollen laut Businessplan wieder ab 2004 geschrieben werden.

Trotzdem sei die Generalversammlung der Anteilseigner im neuen Forum, zu der rund 220 der über 2000 Mitglieder erschienen waren, "durchaus harmonisch" verlaufen. Dies erklärten die Direktoren Rainer Corsten und Oliver Kehela sowie Prokurist Dirk Baumgart. "Das letzte Jahr war sicherlich eines der schwierigsten für die gesamte Bankenbranche", erläutert Kehela. Die negative Entwicklung der Weltwirtschaft habe auch vor Wegberg nicht Halt gemacht. Mit einer Bilanzsumme von 415 Millionen Euro lag das Ergebnis daher knapp neun Prozent unter dem des Vorjahres.

Der größte Rückgang in der Bilanz ergab sich mit rund 34 Millionen Euro im Bereich der Kundenkredite. Das Eigenkapital blieb mit knapp 20 Miilionen Euro gegenüber dem Vorjahr konstant, während die Eigenkapitalquote, der sogenannte "Risikopuffer", aufgrund der gesunkenen Bilanzsumme leicht angestiegen war. Ein ausreichendes "Polster" für Kreditvergaben ist laut Kehela weiterhin gegeben. In der Steuerung und Bearbeitung des Kreditgeschäftes wurden weitere Verbesserungen wie das neue Ratingverfahren eingeführt, das eine Risiko- und Bonitätseinschätzung bei der Kreditvergabe vereinfacht.

Abteilung für Problemfälle

Die Einrichtung einer Spezialabteilung für "kritische" Kunden und deren Sanierung zeige ebenfalls bereits erste Erfolge. "In der Vergangenheit war die Politik der Kreditvergabe ganz anders als heute", beschreibt Kehela die Situation. Viele Kredite aus dieser Zeit konnten von den Kunden nicht mehr bedient werden. Die entsprechenden Maßnahmen zur Restrukturierung und "Bereinigung" innerhalb der Bank führten zu einer Verringerung des Zinsertrages um knapp 2,8 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss war im vergangenen Jahr um rund 1,4 auf 6,7 Millionen zurückgegangen. Somit konnte ein Bilanzgewinn von 351318,65 Euro ausgewiesen werden.

Das Konzept zur Restrukturierung sieht vor, dass die Volksbank Wegberg im Geschäftsjahr 2004 wieder schwarze Zahlen vorlegen wird. Dazu werden Optimierungen der Arbeitsabläufe und der damit verbundenen Kosten sowie Straffungen der Angebotspalette durchgeführt. Mit ihren 159 Ganz- und Halbtagskräften arbeitet die Volksbank für die Bürger der Region und den gewerblichen Mittelstand. Veränderungen hat es auch im Aufsichtsrat gegeben: Bernd Baltes trat zurück, neu in den Vorstand wurden der Erkelenzer Wirtschaftsprüfer Herbert Exner und sein Wegberger Kollege Erwin Heinrichs gewählt. Heinrichs bezeichnet sich selber als "Wegberger Urgewächs", schließlich besitzt er seit seinem sechsten Lebensjahr ein eigenes Konto bei der Volksbank.

Keine Fusion

Zum Thema Fusion erklärte Bankdirektor Corsten abschließend, dass ein Zusammenschluss mit der Erkelenzer Volksbank für die Dauer des fünfjährigen Businessplans nicht vorgesehen sei.