Kreis Heinsberg: Vokalensemble „amarcord” entfaltet große Wirkung

Kreis Heinsberg : Vokalensemble „amarcord” entfaltet große Wirkung

Sechs schwarze Anzüge, sechs rote Krawatten, sechs Stimmen: Trotz dieser minimalistisch komponierten Bühne entfaltete das Vokalensemble „amarcord” beim vierten Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule große Wirkung: mit ihren Stimmen und den „Liedern der Romantik”.

Worte aus der Feder von Friedrich von Schiller, Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe oder Joseph von Eichendorff umschmeichelten die Ohren der 350Zuhörer in der Erkelenzer Stadthalle zu romantischen Kompositionen.

„Stücke aus der Sphäre der Liebe und der Nacht” nannte das Ensemble die ersten Lieder von Franz Schubert, mit denen es das Konzert begann.

Die sechs ehemaligen Sänger des Leipziger Thomanerchores gehören zu Leipzig, wie die Nikolaikirche, der Augustusplatz und Leipziger Allerlei. Unter anderem entstand auf ihre Initiative hin das regelmäßig in Leipzig stattfindende Festival für Vokalmusik „a cappella”.

Natürlich betonten sie da besonders, dass Franz Schubert von den Komponisten des Abends als einziger nie in Leipzig gewesen sei. Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy dagegen hatten beide die Stadt beehrt.

Und beide hatten sich auch einem Text von Julius Mosen gewidmet. „Der Zecher als Doktrinär” hieß er bei Schumann und kam in schwungvollem, etwas derberem Marschrhythmus daher. Mendelssohn Bartholdy nannte das Stück dagegen „Liebe und Wein” und gab eine Vorgabe für den Solisten.

Der Maestro habe in betrunkenem Ton zu singen, stehe vor den Noten, hieß es. Bass Holger Krause schien prädestiniert für diese Rolle. Hatte er doch schon bei den anderen Stücken ein theaterreifes Mimenspiel - von verschmitzt bis verklärt - gezeigt. Schwankend sang er ins Publikum und machte mit den Tenören Dietrich Barth, Martin und Wolfram Lattke, Bariton Frank Ozimek und dem zweiten Bass Daniel Knauft klar: Ob alter Wein, frischer Most oder Traubenblut, Wein erfrischt das Blut.

Bei den Worten zur Zugabe blieb Holger Krauses Kommentar jedoch trocken. „Entgegen aller Erwartungen kommt jetzt kein Advents- oder Weihnachtslied”, sagte er. Nein, sie würden lieber aus dem großen Pfuhl deutscher Volkslieder schöpfen. Mit „In einem kühlen Grunde” entließen sie die Zuhörer in eine kühle, stürmische Nacht.