Hückelhoven: Völlig offen: Wer wird Vorsitzender?

Hückelhoven : Völlig offen: Wer wird Vorsitzender?

Wenn am Donnerstag der Hückelhovener Jugendhilfeausschuss zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen kommt, wird es gleich zu Beginn spannend.

Völlig offen ist noch, wer Vorsitzender des neu geschaffenen Gremiums wird. Sowohl die CDU als auch die SPD haben einen eigenen Kandidaten benannt - aber keine Partei hat im Ausschuss die Mehrheit. „Es wird knifflig”, räumt denn auch SPD-Fraktionsschef Willi Spichartz ein.

Das liegt an der Zusammensetzung des Jugendhilfeausschusses: 15 stimmberechtigte Mitglieder hat er.

Auf die Stimmen der freien Träger kommt es an

Fünf Sitze haben die Christdemokraten, vier die SPD. Die restlichen sechs Sitze sind mit Vertretern der freien Träger besetzt, darunter die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Kirchen.

Für welchen Kandidaten die freien Träger stimmen, ist unklar. Die SPD möchte Volkmar Gilleßen an die Spitze des Ausschusses hieven. Gilleßen ist Sonderpädagoge und Konrektor der Rurtalschule in Oberbruch.

Für Spichartz steht fest, dass die Sozialdemokraten den Vorsitz verdient haben: „Bei uns hat es über Jahre hinweg nie ein Wackeln in Sachen Eigenverantwortung für die Jugend gegeben.”

Die CDU schickt Roland Müller ins Rennen, der hauptberuflich Leiter des Sozialamts der Stadt Kempen ist. Für Spichartz ist Müller ein „hartnäckiger Gegner der Eigenverantwortung der Hückelhovener Jugend” - was Dietner Geitner, Sprecher der CDU-Fraktion, nicht gelten lässt: „Roland Müller war immer für das eigene Jugendamt.” Er habe die Mehrheitsentscheidung seiner Partei aber akzeptieren und diese gegen überzogene Kritik verteidigen müssen.

Es kommt also darauf an, wie die Vertreter der freien Träger abstimmen werden - was bislang niemand weiß. Nur bei AWO-Vertreter Heinz-Willi Schmitz, der Vorsitzender des Hückelhovener SPD-Ortsvereins ist, kann man vermuten, dass er dem Kandidaten seiner Partei die Stimme geben wird.

Nach Informationen der Volkszeitung haben die Sozialdemokraten vor der Abstimmung Gespräche mit Vertretern der freien Träger geführt, um sie zur Zustimmung zu Gilleßen zu bewegen.

Anders bei der CDU: „Ich habe solche Gespräche nicht geführt, und mir ist auch nichts von solchen Gesprächen bekannt”, sagte Dieter Geitner. „Die Vertreter der freien Träger sind Fachleute auf dem Gebiet der Jugendhilfe, daher können sie sich ihre eigene Meinung bilden.”