Heinsberg-Pütt: Vierlinge im Ziegenstall eine Überraschung

Heinsberg-Pütt : Vierlinge im Ziegenstall eine Überraschung

Ein Beispiel für vorbildliches ehrenamtliches Engagement und Tierliebe eines Jugendlichen: Auf dem Bauernhof der Familie Behr in Pütt kamen jetzt putzmuntere Vierlinge zur Welt.

Die dort bereits lebenden 13 Gänse, 25 Hühner sowie sieben Katzen und zwei Ziegen bekamen Gesellschaft durch vier kleine Ziegen.

Die Ziegeneltern Dorothea und Hermann haben sich mit ihrer üppigen Familienplanung offenbar auf ganz besondere Weise bei ihrem Lebensretter bedankt. Denn dass sie auf dem Bauernhof überhaupt aufgenommen wurden, verdanken sie dem 17-jährigen Daniel Schmitz, der dafür prompte Hilfe von Petra und Manfred Behr bekam.

Nachdem der Bauer, wo die Ziegen zuvor lebten, verstorben war, suchte ein Freund von Daniel für sie nach einem neuen Zuhause. „Solche Prachtstücke müssen weiter leben können!”- war für Daniel sofort klar.

Umso mehr, nachdem bekannt wurde, dass auf der Wiese in Waldenrath, wo sie sich zuvor aufhielten, Gift verstreut worden war, worauf eine dritte Ziege verstarb. Schnell hatte er die Eheleute Behr überzeugt, den Ziegen wurde „Asyl” gewährt und ein schmucker Stall bereit gestellt.

Noch nicht bekannt war zu diesem Zeitpunkt, dass Nachwuchs anstand: Pünktlich zum 17. Geburtstag der Zwillingsbrüder Daniel und David Schmitz. Beide freuten sich riesig über dieses ungewöhnliche Geburtstagsgeschenk und tauften die schwarz-weißen und braun-weißen Zieglein Berta, Ben, Bernhard und Balduin.

„Bei uns bekommen sogar die Fledermäuse ihren Namen”, verriet Petra Behr unserer Zeitung weiter, dass Daniel von Kindesbeinen an mit Tieren aufgewachsen sei und auf dem Hof mit arbeite. Bevor es zur Schule geht, ist morgens um sechs Uhr Füttern angesagt. Manfred Behr findet es eine tolle Sache, dass sich „der Daniel für die Tiere geradezu krumm macht!”

Auch einige Schulfreunde haben sich längst von der Begeisterung am Umgang mit den Tieren anstecken lassen. „Sie kommen an Wochenenden und in den Ferien schon mal helfen”, freut sich Daniel, dass „echte Freunde zusammen halten”.

Dies tun auch die vier jungen Ziegen mit Mutter Dorothea, wenn sie sich gemeinsam mit Haferflocken, frischer Milch sowie Heu und Kraftfutter verwöhnen lassen. „Ziegenvater” Hermann wird zunächst aus Sicherheitsgründen von seiner Familie auf Distanz gehalten.

„Der Bock springt immer auf seine Kinder”, sieht Karin Schmitz derzeit noch zu große Risiken, auch wenn Hermann mit lautstarken „Määh”-Rufen mächtig meckert. Mit wesentlich zarteren und freundlicheren Stimmen kommt das „Määh” übrigens auch dem Nachwuchs schon bestens über die Lippen.