Erkelenz: Vielfalt zieht viele Zuhörer in den Bann

Erkelenz : Vielfalt zieht viele Zuhörer in den Bann

Sicherlich als Erfolg kann der Stadtmusikbund das erste Stadtmusikfest unter seiner Führung verbuchen.

Denn trotz zahlreicher Großveranstaltungen in Erkelenz fanden sich viele Zuhörer in der Stadthalle ein, die das Chorkonzert zum Auftakt des zweitägigen Festes der Musik genossen.

Das erste große Fest des Stadtmusikbundes seit seiner Gründung vor vier Jahren wurde von den Zuhörern begeistert aufgenommen.

Die Organisatoren hatten ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Gleich sieben Chöre bestritten das hochkarätige Konzertprogramm.

Musikalisch bestens eingestimmt wurde das Publikum mit dem äußerst lebhaften und temporeichen Stück „I will follow him”, bekannt aus dem Film „Sister Act”.

Damit war das „Eis” bereits zu Beginn gebrochen und die Stimmung fantastisch. Der Jugendchor St. Lambertus aus Erkelenz begeisterte schließlich noch mit einem „Halleluja” von Gus Anton sowie dem ebenfalls sehr leidenschaftlichen Gospelstück „Clap your hands”.

Eher klassisch anheimelnd hatte der Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz seine Stücke ausgesucht. Er sang Lieder wie „Großer Gott, wir loben Dich”, „Bewahre uns, Gott” oder „Mögen sich die Wege”.

Ein absoluter Ohrenschmaus und sicherlich auch wieder sehr außergewöhnlich war die gekonnte Darbietung des Chores „Rjabinuschka”.

Es war kaum zu übersehen, dass Musik und vor allem der Gesang ihre Leidenschaft sind, als sie etwa „Glory be to the Father and the son” oder den „Ungarischen Tanz No. 5” von Johannes Brahms sowie das russisches Volkslied „Eberesche (Rjabinuschka)” regelrecht zelebrierten und den Saal zum „kochen” brachten. Mit viel Applaus dankten es ihnen die Zuhörer.

Gediegener ging es dagegen beim Kirchenchor „Cäcilia” an St. Lambertus aus Erkelenz zu, der „Zur Feier” aus „Iphigenie in Aulis” von Gluck, „Singen ist Leben” oder ein fröhliches „Freunde, lasst uns singen” zum Besten gab.

Herrliche Lieder gab es vom Gemeinschaftschor aus Männergesangsverein „Liedertafel” Holzweiler und dem Sängerbund „Cäcilia” aus Kückhoven . Sie sangen „Lieder sind wie Fahnen” von Erich Becht oder „Am adriatischen Meer” von Jakob Gotovac.

Mit den wie gewohnt musikalisch international angehauchten, wundervoll dargebotenen Liedern des Folklorechors aus Erkelenz, der etwa das jiddische Stück „Niaun”, aber auch das brasilianische „Ave Maria no morro” zum Besten gab, sowie mit den kraftvoll vorgetragenen Liedern des Städtischen Männergesangsvereins Erkelenz - „Freude am Leben” von Otto Groll oder „Pferde zu Vieren traben” von Paul Zoll - endete das gelungene Konzert der Chöre. Nicht enden wollender Applaus war das Letzte, was an diesem Abend in der Stadthalle zu hören war.

Der Vorsitzende des Stadtmusikbundes, Theo Clemens, durfte zufrieden feststellen, dass der Auftakt gelungen war.

Auch das Programm am Sonntag fand Interesse. Zunächst führte der Kinderchor St. Lambertus in der Pestalozzischule das Kindermusical „Der Zauberer von Oz” auf.

Ein weiterer Höhepunkt des Festes war das Platzkonzert auf dem Burghof, bei dem nach einem Sternmarsch die Jugendbläser St. Josef Hetzerath, das Trommelcorps Gerderath, der Musikverein Keyenberg, das Trommler- und Fanfarencorps Katzem, derstädtische Musikverein Erkelenz und das Trommelcorps Houverath aufspielten.

Einen Wermutstropfen fand Clemens doch noch: Beileibe nicht alle musiktreibenden Vereine aus der Stadt Erkelenz machten mit. Viele sind noch nicht Mitglied im Stadtmusikbund.

Wenn dieses Fest aber weitere Vereine motivieren könnte, sich dem Bund anzuschließen, wäre ein Ziel - neben der Präsentation der musikalischen Vielfalt in Erkelenz - erreicht.