Viele Unterschriften im Eine-Welt-Laden

Viele Unterschriften im Eine-Welt-Laden

Hückelhoven (an-o) - Erneut erhielt der Runde Tisch Post aus Brasilien: Wegen des brutalen Attentates auf die Kleinbauern haben die zuständigen Polizeidienststelle ein Untersuchungsverfahren eingeleitet.

Allerdings muss man wissen, dass es auf dieser Dienststelle nur einen Beamten gibt, dessen Möglichkeiten zur Aufklärung sehr eingeschränkt sind. "Solange nicht zwei von euch sterben, werdet ihr keine Ruhe geben!"
Diese Drohung gegenüber einem Mitarbeiter der IRPAA (Regionales Institut für angepasste Landwirtschaft) kennzeichnet die Situation in einer Region, in der die Großgrundbesitzer sich nicht nur als Herren des offenen Landes fühlen, sondern auch der darauf seit Generationen lebenden Menschen.

Während sich Ende der 80-er Jahre ein Wandel auch in rechtlicher Hinsicht andeutete, haben inzwischen die alten Herrschaftsfamilien wieder die Oberhand gewonnen und scheuen bei der Erhaltung ihrer Privilegien auch nicht davor zurück, Pistoleros anzuheuern und sowohl die Kleinbauern als auch ihre Unterstützer (wie die IRPAA) zu bedrohen und auch zu ermorden.

Und solange der Gesetzgeber nicht die seit Jahrhunderten praktizierte Gemeinschaftsweide auch de jure als Landbesitzmodus anerkennt, kämpfen die Kleinen gegen die Großen einen fast aussichtslosen Kampf um Gerechtigkeit. Die gewaltsame Einschüchterung der Kleinbauern, wie es auch der jüngste Anschlag beweist, verfolgt das Ziel, dass sie ihre Ansprüche aufgeben, das Land räumen und entweder als billige Tagelöhner für den Landräuber selbst arbeiten oder in die nächste Großstadt mit ihren Slums ziehen.

Im Einklang mit dem Klima

Hintergrund für diese Taktik ist auch, dass die Kleinbauern und ihre Familien und die sie unterstützenden Organisationen erkannt und gelernt haben, im Einklang mit dem halbtrockenen Klima und den Wasserproblemen zu produzieren, das wirtschaftliche Potenzial einheimischer Obstbäume zu nutzen und nicht zuletzt durch den Bau von Zisternen die Ziegen- und Schafhaltung rentabel zu machen.

Übrigens haben in den letzten Wochen viele durch ihre Unterschrift im Eine-Welt-Laden in Hückelhoven an der Haagstraße gegen den Anschlag protestiert und gleichzeitig an die Verantwortlichen in Brasilien appelliert, für Gerechtigkeit zu sorgen.