Kreis Heinsberg: Viele schätzen die Fahrt mit dem Multi-Bus

Kreis Heinsberg : Viele schätzen die Fahrt mit dem Multi-Bus

Über die „Erfolgsgeschichte” des Multi-Busses freuten sich die Kommunalpolitiker im Ausschuss für Umwelt und Verkehr: Denn das Anruf-Bus-System der West Energie und Verkehr „funktioniert hervorragend”, wie Ausschussvorsitzender Dr. Gerd Hachen (CDU) feststellte.

Der Multi-Bus, als Pilotprojekt in Gangelt, Selfkant und Waldfeucht gestartet, ist inzwischen abends und am Wochenende kreisweit unterwegs. Verkehrsbetriebsleiter Udo Winkens berichtete, dass die Erweiterung der Einsatzgebiete und Bedienzeiten zu einer „gewaltigen Nachfragesteigerung” geführt habe.

Mit der Folge, dass die Fahraufträge zum Teil nicht wunschgemäß oder gar nicht realisiert werden konnten. Die West passte daraufhin ihre Fahrzeugkapazitäten an und verlängerte die Voranmeldezeiten auf 60 Minuten. Gezählt werden rund 7000 Fahrgäste in jedem Monat. Waren in den Abendstunden monatlich früher 350 Fahrgäste mit dem Anruf-Sammel-Taxi unterwegs, so sind es jetzt 2800 mit dem Multi-Bus. Solche Zahlen seien in den kühnsten Träumen nicht erwartet worden, sagte Winkens. Der Komfortgewinn werde von den Kunden geschätzt, würden sie doch bis zur Haustür gebracht. Die Fahrzeiten hätten sich verkürzt. Und vor allem werde das preiswerte Angebot des Multi-Busses geschätzt.

Bei Betrachtung der Wirtschaftlichkeit ergibt sich in diesem Jahr unterm Strich allerdings ein Minus von 118.000 Euro; 2009 lag es noch bei 38.000 Euro. Die Kosten belaufen sich laut West auf 965.000 Euro. Dem stehen Einnahmen in Höhe von 75.000 Euro und Ersparnisse durch gestrichene Linienverbindungen in Höhe von 772.000 Euro gegenüber. Kostentreiber, so Winkens, seien die geringe Bündelung (Durchschnittszahl der Fahrgäste: 1,32), erhöhter Fahrzeugbedarf durch Langstreckenfahrten ebenso wie unverhältnismäßig hoher Aufwand durch Kurzstreckenfahrten und unnötiger Aufwand durch Kunden, die an der Einstiegshaltestelle nicht erscheinen.

Die West will nun die Vergütung für Fremdunternehmer durch Ausschreibung der Leistung weiter reduzieren. Zudem soll zum Fahrplanwechsel 2010/2011 das Angebot des herkömmlichen Linienverkehrs abends wieder erweitert werden: auf der Linie SB4 werktags, auf der Linie 401 an Wochenenden, jeweils bis 22 Uhr. Zudem schlug Winkens dem Verkehrsausschuss des Kreises die Einführung eines Komfortzuschlags in Höhe von einem Euro pro Fahrt ab 1.April 2011 vor. Doch dies wollten die Kommunalpolitiker angesichts der aktuellen Erfolgsgeschichte dann doch (zumindest vorerst) nicht absegnen.