Kreis Heinsberg: Viele Infos bei der Vollversammlung des Katholikenrats

Kreis Heinsberg : Viele Infos bei der Vollversammlung des Katholikenrats

Mit den Themen Fair-Trade und Deinvestition setzte sich der Katholikenrat der Region Heinsberg bei der Vollversammlung gleich zwei thematische Schwerpunkte.

Gastgeber war die Eine-Welt-AG des Cusanus-Gymnasiums Erkelenz als Fair-Trade School, die ihre Projekte vorstellte. Im Anschluss gab es von Vertretern der Klima Allianz eine Einführung ins Divestment oder Deinvestition, bei dem unethisch und nicht nachhaltige Anleihen, Aktien oder Fonds abgestoßen werden.

Projekte der Eine-Welt-AG

Die Vorstellung übernahmen AG-Mitglieder unter der Leitung von Lehrer Frank Joußen. Die Katholikenratsmitglieder erfuhren, dass die Eine-Welt-AG in Salvador in Brasilien eine Vorschule und in Tirovoro in Indien ein Straßenkinderprojekt unterstützt, Flüchtlingsarbeit macht sowie mit dem Projekt „Deckel gegen Polio“ einen Erlös erzielte, mit dem über 300 Kindern eine Polioimpfung ermöglicht wurde. Als Ziele gaben die Vortragenden an, den Eine-Welt-Laden an der Schule, wo fair gehandelte Produkte verkauft werden, wieder zu eröffnen.

Einige Katholikenratsmitglieder hatten zum ersten Mal von der Eine-Welt-AG gehört, womit deutlich wurde, dass der Bekanntheitsgrad ausgeweitet werden muss. „Ohne politische Unterstützung wird dies schwierig. Deshalb empfiehlt sich der Kontakt zu Ratsvertretern, die offen für die Problematik sind“, bemerkte Lutz Braunöhler, Vorsitzender des Katholikenrats.

Im Anschluss stellte Christina Averkamp „350. Org“ vor. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, eine weltweite Klimabewegung aufzubauen. 350 leitet sich von 350 ppm (Teilchen pro Million) ab, der sicheren Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre, die nicht überschritten werden darf, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden sollen. „Gegenwärtig liegen wir bei 408 ppm“, so Averkamp.

Sie stellte heraus, dass wenn die derzeit bestehenden Kohle-, Öl- und Gasprojekte nicht frühzeitig beendet werden, die Temperaturen weltweit um mehr als zwei Grad Celsius ansteigen werden. Ein Weg sei das Divestment, erklärte Christina Averkamp. Divestment bedeute, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu unterstützen und in Technologien zu investieren, die eine emissionsfreie Energieversorgung ermöglichen. Insgesamt hätten 799 Institutionen deinvestiert, wobei die Glaubenseinrichtungen an erster Stelle stünden.

Appell einstimmig beschlossen

Nach den Ausführungen stellte Lutz Braunöhler einen Aufruf des Katholikenrats zum Divestment zur Abstimmung, den die Mitglieder einstimmig verabschiedeten. Mit diesem Appell werden die Kirchenvorstände in der Region Heinsberg sowie die Städte und Gemeinden im Kreis Heinsberg aufgefordert, sich der „Fossil Free Bewegung“ von „350. Org“ anzuschließen und zu prüfen, ob Investitionen in fossile Bereiche getätigt werden, eventuell bestehende finanzielle Verbindungen in diese Bereiche schnellstmöglich zu beenden und jegliche Investitionen in Gas-, Öl- und Kohleunternehmen auszuschließen.

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