Erkelenz-Lövenich: Viel Herz und ein wenig Blut

Erkelenz-Lövenich : Viel Herz und ein wenig Blut

„Das Echo ist überwältigend”, sucht Maria-Walburga Lennartz nach treffenden Worten und meint damit die anhaltend intensive Unterstützung für ihre an Akuter Myeloischer Leukämie (AML) erkrankte Tochter Christina.

Nur eine Stammzellenspende kann ihr Leben retten. Große Hoffnungen setzen Christinas Familie und die vielen Helfer aus dem DRK-Ortsverein Holzweiler in die Typisierungsaktion „Hilfe für Christina” am Sonntag, 14. November, im Rheinischen Feuerwehrmuseum in Lövenich.

„Viel Herz und ein wenig Blut” brauchen Menschen, die sich als Spender in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen möchten, ist von der Leiterin des Aktionsbereiches DKMS, Sabine Hildebrand, zu erfahren „Ein halbes Schnapsgläschen voll.”

Rund 27.000 Euro sind bisher an Geldspenden zusammengekommen. Mit diesem Betrag können die Kosten für 540 Typisierungen übernommen werden. DRK und DKMS hoffen natürlich, dass noch mehr potentielle Lebensretter zwischen 11 und 17 Uhr den Weg nach Lövenich finden.

Regina Wolff, die stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Holzweiler: „Damit die Leute etwas abgelenkt sind, können sie sich bei freiem Eintritt das Feuerwehrmuseum anschauen.”

Für das leibliche Wohl sei ebenso gesorgt wie für eine Kinderbetreuung, damit auch Familien das Kommen leichter falle. Über 100 Helfer werden im Einsatz sein, sich um Blutentnahme, Verpflegung, Betreuung und die Verkehrsregelung kümmern. Christina durchläuft derzeit ambulant eine Chemotherapie und kann zu Hause Zeit mit ihrer siebenjährigen Tochter verbringen.

„Christina ist ein Kämpfernatur”, so Lennartz. „Sie lässt sich so leicht nicht unterkriegen.” Dennoch sei die Angst ein ständiger Begleiter. Das Wissen, die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu suchen, belaste sie sehr.

Dennoch ist alle Hoffnung berechtigt, denn inzwischen kann für 75 Prozent der Betroffenen ein passender Spender gefunden werden. Als solche in Frage kommen Menschen, die zwischen 18 und 55 Jahren alt sind und an keiner ernsthaften Krankheit leiden.

Es gibt zwei etablierte Entnahmearten für Stammzellen: Bei der peripheren Stammzellenentnahme wird dem Spender über fünf Tage ein körpereigener, hormonähnlicher Stoff gespritzt. Er regt die Produktion von Stammzellen im fließenden Blut an. Diese können dann herausgefiltert werden.

Großer Vorteil dieser Methode: kein stationärer Krankenhausaufenthalt. Nur ein bisschen matt wie bei einer Grippe fühle sich der Spender, erklärt Hildebrand.

Anders bei der zweiten Methode, der Knochenmarkentnahme: Hierbei wird unter Vollnarkose ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Es bildet sich nach zwei Wochen wieder zurück, nach wenigen Tagen schon kann der Spender das Krankenhaus wieder verlassen.