Dresden/Selfkant: Viel Besuch im Zipfelzelt zur Einheitsfeier

Dresden/Selfkant : Viel Besuch im Zipfelzelt zur Einheitsfeier

Wenn einmal im Jahr der Kölner Dom in Sichtweite des Hermannsdenkmal ist, wenn die Wuppertaler Schwebebahn und das historische Rathaus der Stadt Münster ebenfalls nur wenige Meter voneinander entfernt stehen und Nordrhein-Westfalen gleich neben Bayern und Hamburg liegt, dann wird der Tag der Deutschen Einheit gefeiert.

Das Land NRW bringt zum Deutschlandfest immer die meterhohen Skulpturen seiner Wahrzeichen mit, die der Künstler Jacques Tilly entworfen und gebaut hat. In diesem Jahr wurden die Großplastiken nach Sachsen transportiert. In der Nähe der Dresdner Frauenkirche und der Semperoper und umrahmt von vielen historischen Barockbauwerken wie dem Zwinger wurde in diesem Jahr gefeiert. Auf der Wilsdruffer Straße präsentierten alle 16 Bundesländer ihre Schätze und luden zum Verweilen mit vielen Köstlichkeiten ein.

Wo sie spielen, bleiben die Menschen stehen — auch auf dem Deutschlandfest in Dresden.
Wo sie spielen, bleiben die Menschen stehen — auch auf dem Deutschlandfest in Dresden.

Mittendrin stand das Zipfelzelt, das der deutsche Zipfelbund mit den Gemeinden Selfkant, List auf Sylt, Görlitz und Oberstdorf aufgestellt hatte. Alle vier Zipfelpunkte Deutschlands präsentierten nicht nur kulinarische, sondern auch musikalische Schätze: Oberstdorf brachte Alphornbläser mit, Görlitz die musikalischen Landesknechte, List einen Alleinunterhalter und die Gemeinde Selfkant den Spielmannszug Wehr.

Der Standort war optimal. So faden viele neugierige Besucher den Weg ins Zipfelzelt und erkundigten sich, was das denn sei, der Zipfelbund. Das erklärten Kyra Nandzik und Daniela Offermans von der Gemeinde Selfkant gerne, und André Mobers und Bürgermeister Herbert Corsten unterstützten sie dabei tatkräftig. Auch Politiker ließen sich im Zipfelzelt blicken.

So begrüßte André Mobers Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, zuvor hatten Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Torsten Albig, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, vorbeigeschaut. Letzterer hatte auch Gelegenheit, dem musikalischen Spiel des Spielmannszuges Wehr zu lauschen. Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann war schon oft Gast im Zipfelzelt und wurde wieder herzlich vom Selfkanter Bürgermeister begrüßt. Beide kennen und schätzen sich. Sie plauderten und lachten.

Als der Spielmannszug sein Spiel zu Ehren von Sylvia Löhrmann beendete, eilte diese zum Spielmannszug, klatschte Beifall und sprach ihm ein Riesenkompliment aus. Sie entdeckte ein Schild mit der Aufschrift „Selfkant, westlichste Gemeinde Deutschlands“, nahm es und ließ sich mit Schild in den Händen sowie Bürgermeister Corsten und der jungen Dirigentin Roélle Renkens aus den Niederlanden an ihrer Seite ablichten. Ein Bild fürs Poesiealbum des Spielmannszuges.

Auftritt im NRW-Zelt

Die Musiker aus Wehr traten einige Male vor dem Zipfelzelt auf, marschierten unter klingendem Spiel vorbei an Schleswig-Holstein, Bayern und Hamburg zur großen NRW-Meile, um auch im großen NRW-Festzelt aufzuspielen.

„Es war wieder einmal ein erfolgreicher Auftritt des Zipfelbundes. Trotz des schlechten Wetters und der prekären Sicherheitslage haben sich die vier Zipfel gut verkauft und waren mit dem Besuch zufrieden“, zog André Mobers ein positives Fazit.

Ein Höhepunkt war die Verleihung des Deutschen Zipfel-Preises 2016 an die Katarina-Witt-Stiftung. Die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch würdigte in ihrer Ansprache die mehr als zehnjährige Arbeit der Stiftung. Die mit 4000 Euro dotierte Auszeichnung wird jedes Jahr von den Bürgermeistern der vier Zipfelgemeinden Görlitz (Ost), Oberstdorf (Süden), Selfkant (West) und List auf Sylt (Nord) an Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, die sich in besonderem Maße um soziale Belange in Deutschland verdient gemacht haben.

(agsb)