Kreis Heinsberg: VHS-Meisterkonzert: Mut zum Risiko belohnt

Kreis Heinsberg : VHS-Meisterkonzert: Mut zum Risiko belohnt

Zum sechsten Meisterkonzert in dieser Saison hatte die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg in die Erkelenzer Stadthalle eingeladen. Unter dem Titel „Time in Motion“ (was man vielleicht mit „Zeit in Bewegung“ übersetzen kann) gastierte das Fukio-Saxofonquartett aus Spanien.

Dieses einzuladen war wegen der modernen Musik wohl ein Risiko, aber dieser Mut zum Risiko wurde vom Publikum angenommen und mit reichlich Beifall belohnt.

Zum Quartett gehören Joaquin Sáez Belmonte (Sopran-Saxofon), Xavier Larsson Paez (Alt-­Saxofon), José Manuel Banuls Marcos (Tenor-Saxofon) und ­Xavier Casal Ares (Bariton-Saxofon). Es setzt sich seit 2007 intensiv mit der Kammermusik für dieses Instrument ein und hat in wichtigen Konzerthäusern in Spanien, England, China und Deutschland musiziert.

Das Quartett nimmt regelmäßig an internationalen Festivals teil und ist mit zahlreihen Preisen ausgezeichnet worden. Zu seinen wesentlichen Aufgaben zähen Auftragskompositionen und die Weitervermittlung seiner außerordentlichen musikalischen Fähigkeiten.

Auf dem Programm standen Werke von Antonin Dvorák (1841-1904), Gordon Kampe (geboren 1976), Gaetano Donizetti (1797-1848), Eugène Bozza (1905-1991), Guillermo Lago (geboren 1960), Robin Hoffmann (geboren 1970) und Manuel de Falla (1876-1946). Eigentlich verdiente jede dieser Kompositionen eine ausführliche Besprechung, was jedoch den Umfang eines Zeitungsartikels sprengen würde.

Aber so viel lässt sich sagen: Neben traditioneller Musik überraschte das Quartett immer wieder mit modernen und ungewohnten Tönen und Klangkombinationen, bei deren Hören man zunächst gar nicht an Musik dachte. An den zum Teil wirklich unsinnigen und total verrückten Beschreibungen einzelner Sätze ließ sich ausmachen, worum es bei dieser Art von Musik auch im Wesentlichen ging: nämlich darum, Gewohntes und Liebgewonnenes infrage zu stellen und sich mit Klängen und Geräuschen aus­einander zu setzen, die dem Alltag entsprangen und die normalerweise nichts miteinander zu tun hatten.

Und gerade bei diesem Hin und Her bewiesen die vier Musiker, wie die Virtuosität der einzelnen Instrumente im Zusammenspiel von Fragen und Antworten aufs Vorzüglichste harmonierten.

Nach viel Beifall zum Schluss und Blumen gab es einen Satz aus Rossinis „Barbier von Sevilla“, womit der Geschmack der meisten Zuhörerinnen und Zuhörer sich wohl in der melodischen Gestaltungskraft dieses Werkes wiederfand.

(ulla)