Kreis Heinsberg: VHS bietet Einführung in die Archäologie an

Kreis Heinsberg : VHS bietet Einführung in die Archäologie an

Geheime Gänge in der Cheops-Pyramide aufzuspüren oder hinter den Wänden von Tutanchamuns Grabkammer noch die Gruft von Nofretete freizulegen — davon träumen viele. Wie spannend die Beschäftigung mit der Vergangenheit auch ohne weite Reisen sein kann, will der Archäologe und Wissenschafts­autor Markus Westphal mit dem Kurs „Einführung in die Archäologie: Von der Altsteinzeit bis in die Gegenwart“ zeigen.

Bei der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg beginnt dieser Archäologiekurs am Montag, 8. Januar, um 19 Uhr im VHS-Gebäude in Heinsberg, Westpromenade 9: Einblicke in die praktischen und theoretischen Grundlagen wie Prospektions-, Ausgrabungs- und Datierungsmethoden wechseln ab mit der Veranschaulichung von internationalen und regionalen Meilensteinen der Archäologie. „Der Kurs richtet sich an alle Archäologie-Interessierte, besonders aber an Heimatforscher, Leute die ein archäologisches Ehrenamt anstreben oder Menschen, die Archäologie studieren möchten“, so Westphal. Die Teilnehmer sollen dabei vom Wissen des 55-jährigen Kursleiters profitieren, der bei zahlreichen Ausgrabungen im In- und Ausland, darunter Sudan und Nepal, als wissenschaftlicher Leiter und Mitarbeiter tätig war.

Im ersten Teil des Kurses, der neunmal montags in den Abendstunden in der Kreisstadt stattfindet, spannt sich der zeitliche Bogen von der Altsteinzeit bis zum Beginn der Bronzezeit: Wie kamen Homo sapiens und seine Vorfahren mit den stetig wechselnden Klima- und Umweltverhältnissen des Eiszeitalters zurecht? Wer stellte schon in der Altsteinzeit Musikinstrumente, Schmuck und Kunst, darunter einzigartige Höhlenmalereien oder abstrakte Frauenzeichnungen her? Und wie gelang vor mehr als 10.000 Jahren die Domestizierung des Wolfes zum Hund?

Hinzu kommen immer auch zeitlich oder thematisch passende Bodenfunde aus dem Kreis Heinsberg: So wird zum Beispiel die Darstellung von Innovationen der Jungsteinzeit, zu denen Landwirtschaft, Viehhaltung und Keramiknutzung zählen, durch das Schwerpunktthema „Frühe Wasserversorgung unter besonderer Berücksichtigung des jungsteinzeitlichen Brunnens von Erkelenz-Kückhoven“ ergänzt. Regionale Gesichtspunkte findet auch ihren Platz bei der Betrachtung von Medizin, Religion und Kult, zu denen Schädelöffnungen, Großsteingräber oder Wall-Grabenanlagen zu rechnen sind. So ist in Geilenkirchen-Hoven eine womöglich 6000 Jahre alte Befestigung erhalten geblieben, deren Datierung und Zweck die Kursteilnehmer — insbesondere bei der beabsichtigten Begehung — mit erforschen können.

Während der erste Kursteil am Übergang von der Stein- zur Bronzezeit mit der Vorstellung der Gletschermumie Ötzi endet, werden für den zweiten Teil ab April weitere archäologische Fundstücke wie „Die Himmelsscheibe von Nebra und der Beginn der Bronzezeit“, „Bronzezeitliche Felsbildkunst Skandinaviens“ oder „Alles rund um Schatzsuche — eine kritische Auseinandersetzung mit illegalen Sondengängern“ ausgepackt.

„Entsprechend der Resonanz und den Vorschlägen der Teilnehmer käme natürlich auch die Behandlung anderer Themen in Frage“, erklärte der auch als Buchautor und freier Mitarbeiter für Zeitungen und Zeitschriften sowie für den Heimatkalender des Kreises Heinsberg schreibende Westphal. „Anstelle eines Grabes im Tal der Könige dürfen die Teilnehmer gerne meinen Erfahrungsschatz plündern.“

Eine Anmeldung ist erforderlich entweder mit der Anmeldekarte oder im Internet.