Hückelhoven-Baal: Verspätung bei der Bahn: Ausbildung ist gefährdet

Hückelhoven-Baal : Verspätung bei der Bahn: Ausbildung ist gefährdet

Michael Gernand ist unzufrieden mit der Bahn. Dafür hat er gute Gründe. Denn für sein Ticket von Baal zur Ausbildungsstätte in Aachen zahlt er monatlich rund 92 Euro, regelmäßige Verspätungen von bis zu einer Stunde inklusive. Seit seiner Geburt leidet Gernand an der sogenannten Sichelfußkomponente. Trotz seiner Behinderung strebt der 24-Jährige eine selbständige Zukunft und berufliche Karriere an.

Dafür absolviert er seit rund zwei Jahren an der Benedict-School in Aachen eine Ausbildung zum Bürokaufmann.

Im Mai stehen die Abschlussprüfungen an. Wenn er bis dahin weiter mit dem Entgegenkommen der Schule rechnen kann - denn Gernand kommt häufig zu spät. Und das, obwohl er bereits um viertel vor sieben am Baaler Bahnhof auf seinen Zug wartet.

„Fünf bis zehn Minuten Verspätung waren ja noch auszuhalten”, so Gernand. „Aber seit einiger Zeit ist der Wurm drin.” Bis zu 40 Minuten Verspätung seien keine Seltenheit. Der Unterricht in der Bendict-School beginnt ohne Rücksicht auf die Probleme des Nahverkehrs um 8 Uhr. Allein in der Woche vor Weihnachten sei er dreimal zu spät gewesen, betont Gernand.

Es kommt auch vor, dass Züge „einfach ausfallen” und sich so die Anzahl der Reisenden in den Zügen sprunghaft erhöht. Wegen seiner Behinderung sollte der 24-jährige eigentlich nicht lange stehen. Pech für ihn: „Die Abteile sind immer derartig überfüllt, dass an einen Sitzplatz nicht zu denken ist”, weiß er aus Erfahrung.