Geilenkirchen/Heinsberg: Versicherungsagent wegen Betrug verurteilt

Geilenkirchen/Heinsberg : Versicherungsagent wegen Betrug verurteilt

Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilte das Schöffengericht Geilenkirchen unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz einen 50-jährigen Angeklagten aus Heinsberg.

Das Urteil ist rechtskräftig, weil sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte das Urteil akzeptierten.

„Der Angeklagte hat zwar einen Schaden von 270.000 Mark plus Zinsen verursacht, aber durch die Verjährung der zurückliegenden Betrugsstraftaten beschäftigen wir uns heute mit einem Schaden von 50.000 Mark”, erklärte der Richter.

Als Versicherungsagent sei der Angeklagte mit einem Kunden bekannt geworden, der Geld habe anlegen wollen. In verschiedenen Verträgen seien insgesamt eben diese 270.000 Mark in einem Zeitraum vor 1999 angelegt worden, die letzten 50.000 Mark davon im März/April 1999.

„Es bestand ein Vertrauensverhältnis, zumal auch Zinsen aus den Anlagen über Jahre gezahlt worden sind. Um die Anlagen zurückzahlen zu können, hatte der Angeklagte Rentenversicherungsverträge mit einer Laufzeit von sieben Jahren auf seinen Namen abgeschlossen.”

Diese Verträge seien im Laufe der Zeit aber an Banken abgetreten worden, außerdem habe der Angeklagte mit den angelegten Beträgen andere Löcher gestopft. „Als Bewährungsauflage wird dem Angeklagten aufgegeben, in Abständen von fünf Monaten seine Einkünfte offen zu legen.”

Geständnis abgelegt

Der Angeklagte hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt: „Ich war jahrzehnte lang in der Versicherungsbranche tätig. Ein Kunde wollte Geld anlegen, wovon niemand etwas wissen sollte.”

Er habe dem Kunden erklärt, dass er eine günstige Verzinsung bieten könne, die monatlich ausgezahlt werde. Er selbst habe zusätzlich einen Rentenversicherungsvertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren auf seinen eigenen Namen abgeschlossen, um völlig sicher das Geld zurückgeben zu können.

Richter Pütz: „Es waren insgesamt sechs Anlagen, für jede Anlage ist ein Rentenversicherungsvertrag abgeschlossen worden? Andererseits sind seit Mai 1999 die Zinsen zunächst in unregelmäßigen Abständen gezahlt worden, später ist die Zahlung völlig eingestellt worden.”

Der heute 45-jährige Anleger der 270.000 Mark als Zeuge: „Ich hatte Vertrauen zum Angeklagten, der über Jahre mein Versicherungsvertreter war. Deshalb habe ich ihm meine Ersparnisse überlassen in der Hoffnung, dass die Anlage bombensicher und zinsgünstig vorgenommen worden war.”

Staatsanwältin Anja Rehbein: „Der Sachverhalt steht fest, der Angeklagte hat sich des Betruges strafbar gemacht. Ich beantrage ein Jahr zur Bewährung, wobei eine Bewährungsauflage sein muss, dass der Angeklagte den Schaden, wenn zunächst auch nur in kleinen Beträgen, behebt.”

Verteidiger Willi Wamper: „Es handelt sich um Betrug.” Aber der Angeklagte habe geglaubt, die Rückzahlung des Geldes irgendwie hinbiegen zu können. „Ich beantrage eine Bewährungsstrafe von höchstens einem halben Jahr.” Das sah das Gericht anders.